Bejung/China. Bei Audi und bei BMW hat er angefragt, im VW-Konzern des Vaters auch - aber bei allen dreien stieß er laut einem Bericht in der "Süddeutschen Zeitung" nur auf taube Ohren. Daimler hingegen hat Anton Piech, Sohn von Ferdinand Piech, mit offenen Armen empfangen. Gemeinsam haben beide Partner einen Zwölfteiler über die Geschichte des Automobils gedreht, der seit Ende September im chinesischen Staatsfernsehen CCTV zu sehen ist.
Der Stuttgarter Autobauer ist nicht nur Geldgeber des Projekts, sondern dient auch als Statist: Am Beispiel der Firmengeschichte von Daimler erklärt Toni Piech den chinesischen Zuschauern die Geschichte des Automobils. Der Daimler-Konzern ist nicht in jeder der zwölf Folgen zu sehen - teilweise tauchen auch die Rivalen Audi und Ford auf - so "gewinne die Doku erst an Glaubwürdigkeit und entfalte ihre Wirksamkeit als Werbeträger für Daimler", verspricht Piech.Make money to do good - so lautet die Idee, die hinter dem Ganzen steckt. Vor drei Jahren gründete Piech die Piech Asia Enterprises (PAE). Die Muttergesellschaft teilt sich in zwei Bereiche auf: in die PAE Media, die unter anderem für die Daimler-Doku verantwortlich ist und in die PAE Designtalent, ein Consulting-Unternehmen, das Designern Jobs vermittelt.
Laut Toni Piech bekomme er mit seinem Namen überall ein Mittagessen mit dem Chef - dennoch wollte er schon immer sein eigenes Ding durchziehen. Die Absage von VW nimmt der 33-Jährige gelassen, schließlich wisse er, dass ihm sein Namen bei Volkswagen "am allerwenigsten hilft". Im Gegenteil: Dort müsse er sich am meisten beweisen. Ein gemeinsames Projekt zwischen Piech Junior und Senior ist dennoch nicht ausgeschlossen: VW hat bereits seine volle Unterstützung für eine Brand-driven-Realityshow zugesichert, die im kommenden Jahr auf Sendung gehen soll. In China ist Toni Piech nicht nur Sohn von Ferdinand Piech - er erarbeitet sich seinen Lebensunterhalt. So zahlt er sich jeden Monat 50.000 Yuan, umgerechnet 6000 Dollar. Davon zahlt er seine Ausgaben. Obwohl er sich vermutlich einen Porsche leisten könnte, fährt Piech einen Golf. Den Porsche hielt er für das falsche Signal an seine rund 50 Mitarbeiter. (Foto: PAE)