Genf. Nach dem Absatzrekord von 88.379 Autos im Geschäftsjahr 2004/2005 (bis 31. Juli) erwartet die Porsche AG auch aufgrund neuer Modelle eine weitere Belebung ihres Fahrzeuggeschäfts. "Die ersten zwei Monate des Kalenderjahres 2006 sind für uns hervorragend gelaufen", erklärte Vertriebsvorstand Hans Riedel im Interview mit Automobilwoche. Trotz "gewisser Schwächezeichen auf Einzelmärkten wie Großbritannien und Deutschland" sei er "überaus zuversichtlich", im laufenden Geschäftsjahr "die Verkaufsmarke 90.000 plus" zu erreichen.
Wichtige Impulse soll die ab 24. Juni verfügbare Turbo-Version des Sportwagenklassikers 911 liefern: "Bisher haben wir mit jeder neuen Turbo-Generation den Erfolg des Vorgängermodells übertroffen", so Riedel. "Das wollen wir auch mit der sechsten Auflage schaffen." Für ein volles Geschäftsjahr rechne er beim 480 PS starken, 133.603 Euro teuren Turbo im Schnitt mit einem Absatzpotenzial von weltweit über 3.500 Wagen. "Rund 20 Prozent davon werden in Deutschland verkauft", sagt Riedel, "für die USA und den Rest der Welt sind je 40 Prozent vorgesehen."
Einen noch höheren Anteil des bedeutsamen Auslandsmarktes Nordamerika erwartet Porsche beim 911-Ableger GT3 mit 415 PS (108.083 Euro), der ebenfalls in Genf vorgestellt wurde: "Wir rechnen mit jährlich über 700 Autos", so Riedel, "von denen etwa die Hälfte nach Amerika geliefert wird."
Beim Händlernetz mit weltweit 600 Betrieben, davon 85 in Deutschland, sieht Riedel keinen Handlungsbedarf. Mit acht neuen Vertriebspartnern sei etwa der Wachstumsmarkt Russland "inzwischen sehr gut abgedeckt". Und in der Boom-Region China will Porsche "bis Ende dieses Jahres 20 Stützpunkte unterhalten".
Gerüchten über eine Verschiebung der vierten Baureihe Panamera trat der Manager entgegen: "Unser neues Sport-Coupé wird wie geplant 2009 in Kundenhand kommen." Auch an der Absatzprognose von "über 20.000 Einheiten pro Jahr" halte Porsche fest. Riedel: "Ich sehe überhaupt keinen Grund, am Erfolg dieses Projekts zu zweifeln."