Geislingen. Auch der Vertrieb einer Premium- und Kultmarke unterliegt betriebswirtschaftlichen Gesetzen – dieses Fazit könnte man aus dem Gastvortrag des neuen Porsche-Deutschland-Chefs Jens Puttfarcken ziehen. Bei einem der ersten Termine in seinem neuen Amt referierte er am 17. Juni im Rahmen des "Automobilsommers Geislingen 2015" an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt (HfWU) über die „Faszination Porsche“.
Auch bei dem Sportwagenhersteller müssen die Vertriebsverantwortlichen effizient, wertschöpfend und ertragsorientiert arbeiten. Zudem achtet der Autobauer darauf, „immer ein Fahrzeug weniger anzubieten, als die Nachfrageseite wünscht“, sagte Puttfarcken. Nur so sei das Preis-Premium nachhaltig aufrecht zu erhalten. Trotz aller betriebswirtschaftlichen Erfordernisse gehe es bei der Marke ebenso um "Emotion pur".
"Wir haben im letzten Jahr fast 190.000 Autos ausgeliefert, es ist alles ausverkauft", sagte der Porsche Deutschland-Chef. Mit der Strategie 2018 soll der Verkauf weiter intensiviert werden, gleichzeitig will der Hersteller die Exklusivität der Marke wahren. "Wir wollen nicht die Größten werden", sagte Puttfarcken, "aber immer die Erfolgreichsten bleiben".
Auf die traditionell enge Verbindung der automobilwirtschaftlichen Studiengänge mit dem Sportwagenbauer – "nicht nur über den Fuhrpark der Professoren" – verwies Willi Diez, Direktor des Instituts für Automobilwirtschaft (IFA) an der (HfWU): "Sie sehen, wir sind hier sehr gut vernetzt". Insgesamt 24 Studierende absolvierten bisher das Stipendien- und Förderprogramm des Porsche Automotive Campus (PAC) an der HfWU, viele sind zwischenzeitlich bei Porsche fest angestellt. Anlässlich seines Auftritts übergab Puttfarcken sechs weitere Stipendienurkunden.