Wolfsburg. In Erwartung eines weiterhin schleppenden Automobilgeschäfts will Volkswagen die Vertriebspartner in den nächsten Monaten mit neuen Geldprämien zu verstärkten Anstrengungen auf dem deutschen Markt animieren. "Für das dritte Quartal 2005 stehen zwei Auftragseingang-Zielerreichungsaktionen (AEZ) im Mittelpunkt unserer Fördermaßnahmen", heißt es in einem vertraulichen Schreiben des Ressorts Verkauf Deutschland VW Pkw, das Automobilwoche vorliegt. Konzipiert wurden die AEZ-Aktionen für die "Hauptvolumenträger" Golf- und Passat-Limousine, Golf Plus, Touran sowie für den jüngst überarbeiteten Polo. Bei ihnen gelte es jetzt im Handel, "sehr gutes Vermarktungspotential" auszunutzen.
Grundlage des AEZ-Konzepts ist die Jahresabsatzplanung, mit der VW-Händler dem Hersteller ihr voraussichtliches Verkaufsvolumen für die einzelnen Baureihen übermitteln. Basierend auf diesem Zahlenwerk lobt VW für die genannten Modelle nun gestaffelte Sonderprämien von bis zu 700 Euro netto pro Fahrzeug aus, sofern die Vertriebspartner ihre Abnahmeprognosen trotz der schwierigen Rahmenbedingungen annähernd erfüllen oder gar nachträglich nach oben korrigieren. Vermeintlich findige Händler jedoch, die künftig eine Zielerreichung von 130 Prozent oder höher geltend machen wollen, gehen leer aus – ihnen unterstellt VW eine aus taktischen Erwägungen allzu niedrig angesetzte Jahresplanung.
In Sachen Dieselpartikelfilter hat VW die Händler mit einer internen Warnung jüngst informiert, dass eine Nachrüstung für Modelle mit dem 4Motion-Allradantrieb "nach derzeitigem Stand nicht realisierbar" ist. Davon "betroffen" seien auch die Typen Touareg und Phaeton. Überdies sei die Nachrüstung bei SDI-Motoren "aus technischen Gründen nicht möglich". Beim Passat TDI (140 PS) mit DSG-Getriebe und Rußfilter werden Neubestellungen "auf Grund von Kapazitätsengpässen" erst ab Mitte Oktober angenommen.