Frankfurt. Eine Fußballweisheit besagt, dass das Runde ins Eckige müsse. Loriot sagt, dass der Rasen schön grün ist. Mercedes sagt, rund war gestern und grün nur in den Siebzigern modern. Deshalb haben die Schwaben diesmal die Zwischenböden nicht in Schneckenform - wie in den Jahren zuvor - in die Frankfurter Festhalle gezimmert, sondern ein Quasi-Atrium geschaffen, in dem ein frisches Dunkelbraun dominiert. Natürlich wirkt da nur die junge Mutter, die mitten im Messetrubel vor der Smart-Bar ihren Nachwuchs stillt.
Ob der oder die Kleine jemals eine Serienversion des F700 live erleben wird – hoffentlich nicht. Mag die Technik noch so zukunftsweisend sein, das Design ist es nicht. Schwülstige Kotflügel, ein tief über dem Asphalt schnüffelnder Riesen-Kühler, transparente Radabdeckungen und gegenläufig öffnende Türen. Vor allem das letztere Detail lässt den F700 wie von vorgestern und nicht wie für übermorgen wirken. Doch auch Opel schwört bei der Studie Flextreme darauf. Europa-Marketingchef Alain Visser verspricht, dass die Kunden diese Türen bald wieder auch auf der Straße sehen werden.
Und auch die E-Flex-Technik soll „so schnell wie möglich serienreif sein“ verspricht jeder GM-Manager und hat dabei fast Tränen der Rührung in den Augen. Weil ja sowieso fast jeder nur maximal 55 Kilometer pro Tag fährt, und das könne er oder sie dann ja rein elektrisch tun. Dann muss das Auto wieder an die Steckdose oder, wenn’s dann mal wieder etwas länger dauert, lässt sich die Batterie auch von einem integrierten Dieselmotor aufladen. Interessant dabei: GM-Entwicklungschef Bob Lutz gibt unumwunden zu, dass ein Hybrid nach Toyota-Vorbild effizienter wäre. Da scheint ein optimierter Corsa Diesel, genannt EcoFlex, wesentlich sinnvoller – und vor allem bald käuflich. Grün ist außer dem typischen EcoFlex-Lack aber auch bei Opel sonst nichts. Die leistungsstarke OPC-Armada („Bei dem geringen Marktanteil fällt das kaum ins Gewicht“) ist vor allem blau.