Frankfurt/Rüsselsheim. Auf der Suche nach Investoren für die deutsche GM-Tochter Opel gibt es offenbar erste Erfolge. Es gebe eine ganze Reihe von Interessenten, sagte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Klaus Franz.der Deuschen Presse-Agentur. Opel mit seinen deutschen Werken Rüsselsheim, Bochum, Kaiserslautern und Eisenach will unabhängiger von der US-Mutter General Motors (GM) werden, der die Pleite droht. Geplant ist ein Unternehmen, in dem die europäischen Aktivitäten von GM gebündelt werden. GM-Europa-Chef Carl-Peter Forster sagte dem "Spiegel": "Wir reden darüber mit Interessenten aus der Private-Equity-Branche und mit Staatsfonds beispielsweise." Zudem hofft Opel auf staatliche Hilfe in Milliardenhöhe. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte bei einem Besuch am Opel-Stammsitz in Rüsselsheim am Dienstag die Unterstützung der Bundesregierung zugesichert: Deutschland werde dem Autobauer mit Bürgschaften helfen, sofern sich ein Investor finde.
Einen Einstieg des Emirats Abu Dhabi, das seit März Großaktionär des Autokonzerns Daimler ist, hält Franz für unwahrscheinlich. Nach Informationen der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" (WAZ/Samstag) umwirbt Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) Scheichs als Investoren für Opel. Ein Regierungssprecher bestätigte der dpa in Düsseldorf, es habe am Donnerstagabend "erste vorsichtige Sondierungsgespräche" mit Scheich Hamdan von der Königsfamilie Abu Dhabis gegeben. Ob es dabei auch um eine Beteiligung an Opel ging, wollte er nicht kommentieren. Die Gespräche sollten "nicht mit zu hohen Erwartungen überlastet" werden, sagte der Regierungssprecher.