München. Der August hat eine leichte Entspannung in der Rabattschlacht auf dem deutschen Automarkt gebracht. Der Rabatt Index des Duisburger CAR-Instituts sank - vor allem saisonal bedingt - binnen Monatsfrist von 121 auf 116 Punkte. Er liegt damit allerdings trotzdem auf dem höchsten August-Wert seit Beginn der Erhebung. Trotz Feriensaison seien viele Sonderaktionen mit hohen Kundenvorteilen gestartet worden, erklärte CAR-Direktor Ferdinand Dudenhöffer. "Dies ist ein untrügliches Zeichen für die Nachfrageschwäche im deutschen Automarkt", sagte er. "Alle Indikatoren deuten darauf hin, dass sich das Rabattgeschehen in den nächsten Monaten verschärft."
Im August würden die Autohersteller typischerweise ihre Verkaufsförderungsmaßnahmen zurückfahren, erklärte Dudenhöffer. In diesem Jahr habe das Bild allerdings anders ausgesehen. Dass der Rabatt-Index dennoch zurückgegangen sei, liege vor allem daran, dass es weniger Eigenzulassungen gegeben habe. Der Anteil der taktischen Zulassungen von Handel und Herstellern war im Juli angesichts der Saison und der bereits hohen Bestände der Händler auf 24,5 Prozent gesunken. Im Juni hatte er noch 29,5 Prozent betragen. Dieser Rückgang im Juli sei aber typisch, erklärte Dudenhöffer.Kurze Pause in der Rabattschlacht
Der Preiskampf im Automarkt hat im August etwas nachgelassen. Der Rabattindex des Duisburger CAR-Instituts sank gegenüber dem Rekord-Vormonat um fünf Punkte. Dennoch lag er auf dem höchsten August-Niveau seit Einführung der Erhebung und Experten erwarten ein baldiges erneutes Anziehen.
Deutsche Marken fahren Eigenzulassungen besonders stark zurück
Insbesondere die deutschen Marken hätten die taktischen Zulassungen reduziert, heißt es in der Studie. Bei Mercedes ging es von 26,1 auf 18,3 Prozent, bei BMW von 27,4 auf 23,5 und bei Audi von 24,5 auf 22,5. Bei den Volumenmarken zeigte sich die gleiche Entwicklung. VW verbesserte sich von 26,6 Prozent auf 21, Opel von 35,2 auf 33 Prozent und Ford von 34,6 Prozent auf 26,9. Den niedrigsten Tageszulassungswert wies Dudenhöffer zufolge mit 5,7 Prozent Dacia auf. Hohe Quoten gab es dagegen bei Chevrolet (46,5 Prozent), Alfa Romeo (44,2) und Citroen (39,8).
Die bei Sonderaktionen gewährten Preisvorteile legten dagegen zu: Von im Schnitt 12,9 Prozent auf 13,2 Prozent gegenüber dem Listenpreis. Die Zahl der Sonderaktionen ging nur leicht von 363 auf 357 zurück. Normalerweise gehe es im August deutlich stärker nach unten, heißt es in der Studie. Unter den Aktionen mit dem höchsten Rabatten überraschen in diesem Monat der BMW Dreier auf Platz sechs und die Mercedes S-Klasse auf Platz acht. Hier machte Dudenhöffer Angebote mit 26,3 beziehungsweise 25,1 Prozent Kunden-Vorteil aus. "Für ein neues Modell, das 'Brot- und Butter-Modell' bei BMW ist, überrascht der hohe Kundenvorteil" betont er. Dies zeige, "wie schwierig sich der deutsche Automarkt derzeit darstellt."Die im Internet gebotenen Rabatte für die 30 beliebtesten Neuwagen gingen nach dem Rekordwert im Juli nur minimal auf 18,9 Prozent zurück. Besonders hohe Rabatte ermittelte Dudenhöffer beim Ford Fiesta mit 34,9 Prozent, dem Opel Astra (34,8 Prozent), Opel Corsa (30,9) und dem Renault Clio mit 30,2 Prozent.
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