München. Bis vor zwei Wochen sah es noch so aus, als ob der austrokanadische Zulieferer Magna bei Chrysler einsteigen würde. Die Verhandlungen waren weit gediehen. Hedge Fonds schienen ohnehin chancenlos, weil ein Verkauf an eine „Heuschrecke“ von den Arbeitnehmervertretern im Aufsichtsrat von DaimlerChrysler abgelehnt wurde.
Nun hat doch der Hedge Fonds Cerberus den Zuschlag bekommen. Der Höllenhund schnappt Chrysler Magna vor der Nase weg. Frank Stronach, Gründer des Zuliefer- und Fahrzeugbaukonzerns, dürfte darüber nicht allzu traurig sein. Die Aussicht, einen Autohersteller zu übernehmen, der allein wegen Krankenkassen- und Pensionszusagen Verbindlichkeiten von 18 Milliarden Dollar mit sich herumträgt, sollte für einen ehrlich rechnenden Kaufmann ein Albtraum sein.
Daimler gibt Cerberus den Vorzug, weil der Investmentfonds 80,1 Prozent von Chrysler und damit auch die Risiken der ungedeckten Pensionsschecks übernimmt. Magna wollte aber von Anfang an nur höchstens 49 Prozent an Chrysler. Die 5,5 Milliarden Euro, die Cerberus zahlt, sollen das Eigenkapital von Chrysler stärken und damit ein Gegengewicht zu den erdrückenden Pensionslasten bilden. Sie decken nicht mal die Hälfte dieser Verbindlichkeiten.