München. Wer immer noch glaubt, die Chinesen könnten zaubern, wird nun eines besseren belehrt: Das katastrophale Abschneiden des Brilliance BS6 im Crashtest macht deutlich, dass es eben nicht so einfach ist, ein modernes und sicheres Auto zum Schnäppchenpreis auf die Räder zu stellen. Allein die in Europa gesetzlich vorgeschriebenen Sicherheits- und Umweltstandards zu erreichen, kostet viele Tausend Euro. Das musste zuvor schon Volkswagen im Fall des aus Brasilien importierten Fox lernen. Der kostet in Südamerika nur halb so viel wie in Europa. Dennoch hat VW mit dem Kleinwagen hier kein Geld verdient und wird den Import deshalb stoppen. Die gesetzlichen Mindeststandards reichen aber bei weitem nicht aus, um ein erfolgreiches Produkt zu bauen. Die Kunden verlangen längst mehr.
Brilliance wird mit seinem derzeit erkennbaren Geschäftsmodell scheitern – nicht nur wegen des desolaten Crashtests. Das Auto tritt in der Mittelklasse an, in der sich schon die Billig-Angebote von Hyundai, Kia und Daewoo/Chevrolet nicht durchsetzen konnten. Der Preis des Brilliance BS6 liegt mit um die 20.000 Euro in einem Bereich, in dem es auch schon einen Ford Mondeo gibt. Der hat dann zwar dann noch keine Ledersitze, dafür aber Seitenairbags.