München. Auf dem Papier sehen Allianzen wie die von Daimler und Renault/Nissan immer gut aus: Man entwickelt gemeinsam Fahrzeugplattformen und Komponenten, wandelt sie für den eigenen Gebrauch ab und generiert so Kostenvorteile und Kundennutzen. So weit, so einleuchtend. Wäre da nicht die Erfahrung aus der Vergangenheit: Bisher ist Daimler mit so gut wie allen Kooperationen gescheitert, und zwar am Beharrungsvermögen der Ingenieure in Stuttgart.
So haben sich die Mercedes-Entwickler schon bei der Zusammenarbeit mit Mitsubishi und Hyundai als schlechte Teamplayer erwiesen. Eigene Entwicklungen mit anderen zu teilen oder deren Entwicklungen zu übernehmen, das brachten die schwäbischen Ingenieure mit ihrem Anspruch "das Beste oder nichts" nicht fertig. Sogar die Daimler-Chrysler-Fusion hat deshalb nicht funktioniert. Und das, obwohl Konzernchef Dieter Zetsche seine Leute immer wieder zu mehr Zusammenarbeit angetrieben hatte.
Das sind schlechte Vorzeichen für die jetzt vereinbarte Allianz mit Renault/Nissan. Sollte sie besser funktionieren, dann aus einem Grund: Noch nie war der Druck auf Daimler so groß, den Volumennachteil gegenüber Toyota und Volkswagen durch Kooperationen und Allianzen auszugleichen. Hoffentlich ist den Ingenieuren in Stuttgart klar, dass es dieses Mal nicht nur für Smart um mehr geht als nur um ein neues Auto, es geht um alles oder nichts.