München. „Wir prüfen derzeit alle Optionen“ – ein Satz, der spätestens seit ihn DaimlerChrysler-Chef Dieter Zetsche formuliert hat, als Synonym für baldigen Verkauf gewertet werden darf. Nun lässt ihn auch Ford verlauten, wenn man sich in Detroit nach dem Schicksal von Jaguar und Land Rover erkundigt.
Eigentlich lassen sich die beiden britischen Traditionsmarken kaum mit dem Markenportfolio von Chrysler vergleichen. Die Insel-Mobile sind ungleich wertvoller, sollte man meinen. Fakt ist jedoch, das Land Rover schon zu BMW-Zeiten mit Plus-Minus-Null operierte, woran sich bis heute nichts geändert hat. Die Edelkatze Jaguar soll seit 2001 sogar eine Milliarde Dollar gefressen haben.
„Jaguar ist das Kernproblem“, so ein Analyst. Ford, mit einem Verlust von 12,6 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr schwer gebeutelt, kann einen derart kostenintensiven Hauszoo kaum gebrauchen. Dass die Modelle beider Marken im Gegensatz zu Volvo kaum gemeinsame Plattformen untereinander oder mit Ford-Fahrzeugen nutzen, macht die Marken wiederum für potenzielle Käufer interessanter, da eine langfristige, enge Verzahnung mit Ford somit hinfällig ist.