München. Bis auf weiteres bleibt der Vertrieb der klassischen BMW-Fahrzeuge in Deutschland Sache der Niederlassungen und Händler. Der Chef des BMW-Vertriebs in Deutschland, Roland Krüger hat dies vergangene Woche Händlern versprochen. Das Thema war nach einem Bericht der "Wirtschaftswoche" hochgekocht, die Krüger zuletzt mit den Worten zitiert hatte: "Wir können uns gut vorstellen, dass der Verkauf im Internet bei allen Modellen ergänzend eingesetzt wird." Zudem wolle BMW künftig über eine sogenannte "Mobile Sales Force" den Kunden auch zu Hause Autos verkaufen. Damit werde den veränderten Bedürfnissen Rechnung getragen.
Eine BMW-Sprecherin bestätigte, dass es keine Pläne gebe, in Deutschland einen Online-Vertrieb für klassische BMW-Fahrzeuge aufzubauen. Auch gebe es hierzulande keine "Mobile Sales Force". Krügers Aussagen seien überinterpretiert und in der Öffentlichkeit missverstanden worden, sagte sie.Kein Onlinevertrieb für konventionelle BMW
Auch Händlerverbandspräsident Werner E. Entenmann bestätigte, dass Krüger bei den Unternehmertagen auf Nachfragen hin klargestellt habe, dass es keine Pläne zu alternativen Vertriebswegen bei klassischen Modellen gebe. Es habe aber auch im Vorfeld nie Gespräche über derartige Überlegungen gegeben. Offenbar sei Krüger falsch verstanden worden.
Krüger habe sich "sich ganz klar von dem Bericht distanziert", sagte Burkhard Weller, einer der größten deutschen BMW-Händler. Beim Onlinevertrieb gehe es nur um die i-Modelle. Für die anderen Modelle der Münchner komme er jetzt und in absehbarer Zeit nicht infrage.Weller äußerte sich demonstrativ gelassen zum Thema Onlinevertrieb: "Ich glaube nicht, dass das so heiß gekocht würde", sagte er zu den inzwischen dementierten Überlegungen. "Wer sollte es denn machen? Wir haben doch alle die Probleme, qualifizierte Mitarbeiter zu finden." Und BMW habe in den Niederlassungen ja auch keine besseren Leute als die Händler in ihren Betrieben. Warum sollte der Konzern sie also für den Onlinevertrieb oder die Mobile Sales Force bekommen? Zudem müsse man sich fragen, wie ein 35-Jähriger im Anzug den Abschluss am Wohnzimmertisch machen solle - auch wenn das möglicherweise bei den i-Modellen wegen der speziellen Käuferschaft anders sein könne.
Auf jeden Fall sei das Thema erledigt, sagte Weller, der sich sehr positiv über Krüger äußerte. Die Händlertagung sei gut gewesen, betonte er. Krüger mache zwar wenig Aussagen, auf diese könne man sich aber verlassen. Insgesamt merke man, dass unter ihm ein neuer, partnerschaftlicherer Ton angeschlagen werde.