München. In der deutschen Automobilindustrie wird es in diesem Jahr kein signifikantes Beschäftigungswachstum geben. Dies ist das ernüchternde Ergebnis einer Erhebung von Automobilwoche unter den deutschen Pkw-Produzenten und ihren umsatzstärksten Zulieferbetrieben. Viele der befragten Unternehmen gehen davon aus, dass sie allenfalls das Personalniveau von 2002 halten werden. Sollte sich die derzeit schwierige Konjunkturlage entspannen, sind Neueinstellungen eher an ausländischen Standorten zu erwarten. Hier zu Lande haben lediglich qualifizierte Ingenieure Einstellungschancen.
Dass bei einem angeschlagenen Automobilhersteller wie der Adam Opel AG die Schaffung neuer Arbeitsplätze in 2003 dezidiert "nicht vorgesehen" ist, lässt sich leicht nachvollziehen. Doch dass auch lange Zeit erfolgsverwöhnte Unternehmen wie DaimlerChrysler und Audi in Deutschland lediglich die Beschäftigungszahlen des Vorjahres anpeilen, kommt für etliche Jobsuchende überraschend – und einer roten Ampel gleich. Zwar meldet DaimlerChrysler einen "anhaltend hohen Bedarf", etwa an "Young Professionals – vorwiegend mit technischer Orientierung – für die verschiedenen Nachwuchsprogramme und Direkteinstiege". Blaukragen am Band allerdings werden über den üblichen Ersatzbedarf aufgrund von Fluktuation und Ruhestand hinaus wohl nicht benötigt.
Bei der Volkswagen AG, die an ihren sechs inländischen Standorten rund 105.500 Beschäftigte zählt, sind für 2003 immerhin 2.700 Neueinstellungen geplant. Diese allerdings beziehen sich auf die Auto 5.000 GmbH, deren Mitarbeiter zu schlechteren Bedingungen als die Kollegen mit Haustarifvertrag antreten.
Bei der BMW Group stehen zumindest 400 Einstellungen für das neue Werk in Leipzig an. Eine Aussage, wie viele Mitarbeiter im Konzern insgesamt zusätzlich benötigt werden, sei "zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht möglich". Die Ford-Werke AG plant in diesem Jahr "etwa 150 Neueinstellungen." "In besonderem Umfang" suchen die Kölner dabei "Diplomingenieure mit Schwerpunkt Elektrotechnik". Und bei Porsche (das Geschäftsjahr der Schwaben weicht vom Kalenderjahr ab) wird sich die Zahl der Mitarbeiter im Montagewerk Leipzig um rund 200 erhöhen.
Die auch von der Politik dringend erhoffte Beschäftigungsoffensive stellen derlei Zuwächse sicher nicht dar. Die Aussichten für das Autojahr 2003 sind nun mal nicht allzu verheißungsvoll. Kein Wunder also, dass auch die Automobilzulieferer ihre Personalstände eher restriktiv planen. Die Continental AG etwa wird, sofern der Wachstumsmotor überhaupt auf Touren kommt, die Belegschaft im Reifenbau allenfalls in Osteuropa aufstocken: "An den deutlich niedrigeren Lohnniveaus kommen wir nicht vorbei", sagt ein Firmensprecher voraus. Und: "In Deutschland ist und bleibt die Lage schwierig."