Wolfsburg. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel bekennt sich im Ringen zwischen dem VW-Konzern und dessen Großaktionär Porsche klar zum Erhalt der zentralen Regelung im sogenannten VW-Gesetz. "Es wird auch in Zukunft ein VW-Gesetz geben", sagte die Regierungschefin bei der VW-Betriebsversammlung im Stammwerk Wolfsburg. Unter lebhaftem Beifall fügte die CDU-Politikerin an: "Wir haben die Entscheidungen des Europäischen Gerichtshofs zur Kenntnis genommen und das Urteil entsprechend umgesetzt". VW-spezifische Entsenderechte und eine Begrenzung des Stimmrechts hatten die EU-Juristen mit Blick auf die Bestimmungen des freien Kapitalverkehrs moniert. Die umstrittene Sperrminorität allerdings, die dem mit 20 Prozent an VW beteiligten Bundesland Niedersachsen zu einem Veto-Recht bei wichtigen Strategieentscheidungen verhilft, soll laut Bundeskanzlerin unbedingt bestehen bleiben. "Das", so Merkel, "werden wir als Bundesregierung in Brüssel mit aller Kraft vertreten".
Die Verlegung von Produktionsstätten des VW-Konzerns über die Bundesgrenzen hinweg etwa soll nach Merkels Überzeugung "auch künftig nicht gegen den Willen der Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat möglich sein". Diese Überlegung mache "gerade in Zeiten der Globalisierung Sinn". Denn Grundlage des Wirtschaftens sei die soziale Marktwirtschaft, die nun mal das "Einhalten von Spielregeln" sowie rundum durchsichtige Geschäftsmodelle erfordere. "An den internationalen Finanzmärkten gab es diese Transparenz jüngst leider nicht, und dafür müssen jetzt viele Menschen leiden und Einbußen hinnehmen" (Merkel).