Berlin. Die kürzlich vom Verband der Automobilindustrie (VDA) getroffene Entscheidung, auf umweltfreundliche Kältemittel für Fahrzeugklimaanlagen umzusteigen, gerät in Brüssel ins Stocken. Bei einem Treffen der europäischen Herstellervereinigung ACEA scheiterte ein Einschwenken auf die VDA-Linie nach Informationen der Deutschen Umwelthilfe e. V. (DUH) vor allem am Widerstand des US-Herstellers Ford, der sowohl im VDA als auch in der ACEA Mitglied ist.
Ford wehrte sich am Donnerstag gegen den Vorwurf, den Umstieg auf das umweltschonende Kühlungsmittel zu torpedieren. "Wir unterstützten voll und ganz die Aussagen des Verbandes der Automobilindustrie", sagte ein Ford-Sprecher am Donnerstag in Köln. Wie der Ford-Sprecher weiter sagte, setzt das Unternehmen aber nicht nur auf CO2, sondern hält auch Ausschau nach Alternativlösungen. Dabei verwies der Automobilhersteller auf eine eingeschränkte Wirkung dieses Kältemittels in Ländern mit höheren Temperaturen.
Vor vier Wochen hatten sich die Mitglieder des VDA darauf verständigt, künftig in Klimaanlagen auf das umweltfreundliche Kältemittel Kohlendioxid R 744 zu setzen. Mit dieser Entscheidung schien ein jahrelanges Tauziehen um die Frage beendet, welches Kältemittel eingesetzt wird und das derzeit verwendete fluorhaltige Kältemittel R 134a ersetzen soll. Nun jedoch scheint die Sache im europäischen Herstellerverband zu stocken. Laut DUH wehrt sich nicht nur Ford gegen eine Neuregelung zugunsten von R 744. Auch Fiat wolle keine derartige Neuregelung.
In der Europäischen Union gilt ab 2011 eine Neuregelung, nach der es eine strenge Obergrenze für das maximale Treibhausgaspotenzial von Fahrzeugklimaanlagen gibt. Damit will die EU-Kommission vor allem das heute eingesetzte Kältemittel R 134a vom Markt verbannen.