Wolfsburg. Der Vorstand des VW-Konzerns setzt seinen Führungskräften enge Fristen für die Umsetzung des so genannten Maßnahmenprogramms "ForMotion". Durch klar fixierte "Meilensteine" wollen VW-Chef Bernd Pischetsrieder und seine sechs Vorstandskollegen – die als Promotoren wirken – sicherstellen, dass wie geplant bis Ende 2005 zwei Milliarden Euro zusätzlich eingespart werden.
So sollen die zuständigen Projektleiter bis zum 16. April die jeweiligen Ziele ihrer Arbeitsgruppen definieren, über die der Vorstand bereits in der darauf folgenden Woche beraten will. Spätestens am 22. Juli wird die Konzernführung festlegen, welche finanziellen Beiträge im Einzelnen aus den sieben Themenkreisen von "Produktkosten" (Promotor: Francisco Javier Garcia Sanz) über "Einmalaufwand" (Martin Winterkorn) bis hin zu "Gemeinkosten/Prozessoptimierung" (Hans Dieter Pötsch) beigesteuert werden, und einen detaillierten Zeitplan verabschieden. Die entsprechenden Zahlen sollen dann am 10. September in die "Planungsrunde 53" einfließen, die Budgetaufstellung des VW-Konzerns. Um auch Topmanager in ausländischen Werken umgehend auf "ForMotion" einzustimmen, hat das Unternehmen eine aufwändige Videopräsentation erstellt, die über das Volkswagen-Intranet abzurufen ist.
Wegen der Modellplanung von VW, an der Pischetsrieder trotz des Sparkurses keine Abstriche machen will, ist hinter den Kulissen ein Streit mit Porsche entbrannt. Auslöser ist ein neuer 3,6-Liter-Motor mit 280 PS, den VW ab 2006 im Offroader Touareg einsetzen will: Da der Benzin-Direkteinspritzer-V6 für den Cayenne erst später freigegeben wird, fürchtet Porsche Wettbewerbsnachteile.