Wolfsburg. Bei Volkswagen kommen wichtige Projekte des Sparprogramms "ForMotion" nur schleppend voran. Angesichts der schlechten Zahlen des ersten Quartals drängt VW-Chef Bernd Pischetsrieder auf rasche Erfolge. Personalvorstand Peter Hartz, als "Promotor" verantwortlich für den ForMotion-Bereich "Vertrieb", zitierte deshalb vergangenes Wochenende rund 200 Führungskräfte aus der weltweiten Vertriebsorganisation zum Sondergipfel nach Braunschweig. Die Ziele des Meetings: Zusätzliche Sparmaßnahmen im VW-Vertrieb und neue Ansätze zur Absatzerhöhung. Von der Steigerung der Vertriebsleistung erwartet Pischetsrieder allein für das Jahr 2005 eine Ergebnisverbesserung von einer halben Milliarde Euro. Bei den Verkaufsspezialisten sorgte die Hauruck-Aktion für Unmut. "Bei allen Verdiensten des Herrn Hartz", klagte ein Teilnehmer der geheimen Runde, "ein Vertriebsexperte ist er nicht."
Unruhe auch bei VW Nutzfahrzeuge (VWN). Auslöser sind Überlegungen der Konzernspitze, die Entwicklungsabteilung der Transportersparte dem Pkw-Geschäft zuzuschlagen. Auch die Eigenständigkeit der VWN-Ressorts Vertrieb und Marketing steht angeblich zur Disposition. Markenvorstand Bernd Wiedemann wollte das nicht kommentieren.
Unterdessen kündigte VW-Betriebsratschef Klaus Volkert im Gespräch mit Automobilwoche harten Widerstand gegen mögliche Lohnkürzungen an. Zuvor hatte Arbeitsdirektor Hartz öffentlich flexiblere Tarifmodelle bei VW angemahnt und eine Senkung der Arbeitskosten um 30 Prozent bis zum Jahr 2011 gefordert. "Wenn damit gravierende Lohneinbußen verbunden wären, würde ich nicht mitmachen", so Volkert. Über "Vermeidung von Doppelarbeit" und "moderne Konzepte rund um demographische Arbeitszeiten" will der Betriebsrat aber mit sich reden lassen. "Das Durchschnittsalter unserer Mitarbeiter nimmt rapide zu", sagt Volkert, "und in nächster Zeit stehen bei Volkswagen wohl kaum größere Einstellungswellen an, die eine Verjüngung mit sich brächten." Insofern seien Überlegungen, die Regelarbeitszeit für junge und ältere Mitarbeiter deutlich zu differenzieren, "für Volkswagen kein Tabu".