Hannover. Um den zukünftigen Austragungsort der Internationalen Automobil-Ausstellung für Pkw bahnt sich ein harter Wettkampf zwischen Frankfurt und Hannover an. "Wenn sich der VDA als Veranstalter dieser Leitmesse zu einer Ausschreibung für die Zeit ab 2007 entschließt, werden wir uns sofort bewerben", kündigt Sepp Heckmann, designierter Vorstandsvorsitzender der Deutschen Messe AG, Hannover, im Gespräch mit Automobilwoche an. Entsprechende Konzepte haben die Strategen im Norden längst fertig – halten sie aber aus taktischen Erwägungen noch unter Verschluss. Heckmann: "Der Messeplatz Hannover bietet sich mit seiner vorzüglichen Infrastruktur für ein Großereignis wie die Pkw-IAA besonders an." Unterstützung erhält er vom niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff. Dieser kündigte gegenüber Automobilwoche an, "offensiv um die IAA kämpfen" zu wollen. Wulff: "Wir wollen diese Veranstaltung aus Frankfurt nach Niedersachsen holen." Auch VW, so ist aus Wolfsburg zu hören, käme ein IAA-Umzug gelegen. Konzernchef Bernd Pischetsrieder plädiert dafür, Frankfurt mit "alternativen Möglichkeiten" zu vergleichen.
Hannover sieht sich als "weltgrößter Messeplatz" (Wulff) und aufgrund eines üppigen Raumangebots klar im Vorteil. Das Messe-Areal, auf dem seit 1992 die IAA für Nutzfahrzeuge stattfindet, habe weiträumige Erweiterungsflächen zu bieten. "Dort könnten wir endlich umfangreiche Fahrdemonstrationen durchführen, etwa rund um neue elektronische Stabilitätssysteme", so ein hochrangiger Manager des DaimlerChrysler-Konzerns, der wegen der "außerordentlichen Brisanz dieser Standortfrage" nicht genannt werden will.
Opel-Chef Carl-Peter Forster hingegen ist mit dem derzeitigen IAA-Platz zufrieden: "Wir wissen es zu schätzen, dass mit der Frankfurter IAA eine führende Automobilausstellung hier im Rhein-Main-Gebiet stattfindet." VDA-Präsident Bernd Gottschalk mag die Standortfrage einstweilen nur knapp kommentieren: "Bis 2005 sind wir an Frankfurt gebunden."