Wolfsburg. Nach dem "Jubiläumsangebot" im Wert von 1.225 Euro, das VW-Chef Bernd Pischetsrieder und Markenvorstand Detlef Wittig seit Ende Januar zum 30. Geburtstag des Golf offerieren, haben die VW-Händler alle Hände voll zu tun, um verärgerte Alt-Kunden zu beschwichtigen. "Es gibt hunderte Reklamationen von Golf-Käufern, deren Auto bereits vor dem Stichtag übergeben wurde, und die daher nicht in den Genuss der Vergünstigung kommen", sagt Dirk Weddigen von Knapp vom VW/Audi-Händlerverband. Viele Händler wünschten sich zudem "weitere Preisdifferenzierungen nach unten" – trotz der Zugabe der Climatic sei der Golf V im Vergleich zu den Wettbewerbsmodellen immer noch zu teuer.
Eine Umfrage von Automobilwoche bei VW-Händlern bestätigt den Bericht des Beiratssprechers. Michael Fella, VW-Markenverantwortlicher bei der Mahag in München, erwartet eine Protestwelle, wenn die Werbekampagne von VW für das Jubiläumsmodell des Golf V zum Tragen komme: "Das ist absolut ärgerlich." Einige Händler haben bereits Fahrzeugbestellungen im Buchungssystem rückwirkend verändert, andere Gutschriften im Wert der Climatic ausgestellt. Aber die Möglichkeiten des Handels seien beschränkt, heißt es. Richard Meisinger, Geschäftsführer des VW-Zentrums Rosenheim: "Eigentlich müsste Volkswagen jedem Kunden den Preis für die Climatic rückwirkend erstatten." VW wollte sich dazu nicht äußern.
Derweil bereitet VW eine modell-übergreifende "Verkaufsoffensive" mit attraktiven Angeboten vor, um den Absatz anzukurbeln. Zum Auftakt wurden die Zinssätze für Finanzierungen von bis zu 5,4 Prozent auf 0,9 bis 3,9 reduziert. Für die Kleinwagen Lupo und Polo werden zudem Poolabrufprämien von 700 und 1.200 Euro ausgelobt. Unter dem Motto "Vollgas und durch" räumt VW dem Handel überdies Zahlungsaufschub bis Ende April ein. Geplant sind auch weitere Sondermodelle von VW Polo und Passat.