Detroit. Die dramatische Krise des größten US-Autobauers General Motors spitzt sich angesichts neuer Milliardenverluste immer mehr zu. Der Opel-Mutterkonzern fuhr im dritten Quartal vor Sondereffekten ein Minus von 4,2 Milliarden Dollar (3,3 Mrd Euro) ein. Durch Einmalgewinne stand letztlich unter dem Strich ein Verlust von immer noch 2,5 Milliarden Dollar, wie GM am Freitag in Detroit mitteilte. Im Vorjahresquartal hatte GM nach hohen Abschreibungen bereits einen Rekordverlust von fast 39 Milliarden Dollar erlitten.
Angesichts der Kapitalprobleme hat GM die Gespräche zur Übernahme des Wettbewerbers Chrysler vorerst beendet. Ein Zukauf habe in der näheren Zukunft keine Priorität, sagte der Chef des Konzerns, Rick Wagoner, am Freitag in einer Telefonkonferenz. GM wolle sich stattdessen völlig auf seine Finanzlage konzentrieren.
Einen Teil seiner Verluste verschob GM unterdessen nach Europa: Das Geschäft mit der Hauptmarke Opel stürzte mit einem operativen Verlust von einer Milliarde Dollar tief ins Minus. Im zweiten Quartal war noch ein minimaler Gewinn von 20 Millionen Dollar angefallen. Der GM-Konzernumsatz fiel in den vergangenen drei Monaten um 13 Prozent auf 37,9 Milliarden Dollar. Der weltweite Absatz sank um 11 Prozent auf 2,11 Millionen Autos.