Gelsenkirchen. Es gibt Erklärungen, die geben mehr Rätsel auf als sie lösen. Eine solche Erklärung sind die Zahlen zur E10 Debatte. Es gibt offensichtlich Fahrzeuge, für die sich der Importeursverband VdiK verantwortlich fühlt, und die sich bei einer zehn prozentigen Beimischung von Ethanol zum Kraftstoff (E10) völlig unterschiedlich verhalten zu den Fahrzeugen der deutschen Hersteller. Dabei ist der Weg von Seat, Skoda, Chevrolet oder Saab doch gar nicht so weit zu VW oder Opel. Die Mathematik um die E10-Beimischung ist dabei brisant. Jedenfalls hat sie den deutschen Umweltminister und sein Ministerium bis auf die Knochen blamiert und macht den deutschen Autobauern das Leben in der Zukunft schwer.
Die Sache fing harmlos an. Vor einiger Zeit hatten die deutschen Autobauer dem Minister die Zahl 375.000 genannt. Bei über 41 Millionen Pkws auf deutschen Straßen eine wirklich überschaubare Zahl. Diesen 375.000 Autofahrern wäre zuzumuten, statt normalen Kraftstoff das teure Super-Plus zu tanken, damit man den Rest der Benziner mit E10 betanken kann. Dummerweise hatte man den kleineren Importeursverband nicht gefragt. So was kann schon mal Verbandsfürsten in Rage bringen. „Diese Gesetzesvorlage wurde nicht mit den maßgeblichen Verbänden und Vertretern der Automobilindustrie abgesprochen", triumphierte der Präsident des Importeursverbands Volker Lange bei der AMI. „Somit habe sich der Umweltminister das Scheitern der Vorlage selbst zuzuschreiben“. Aha.
Nachdem die Zahl 375.000 von den Autobauern bekannt gemacht wurde, hat der ADAC in München nachgerechnet. Überraschenderweise ergab sich jetzt eine Zahl von über 3 Millionen. Allerdings wissen wir nicht, wie diese Zahl zustande kommt. Auf jeden Fall stand Umweltminister Gabriel mit dieser Zahl ganz schön im Regen. Jetzt verlangte der Minister Aufklärung.