Essen. Die größte Oldtimermesse der Welt, die Techno Classica, hat in Essen zum 25. Mal ihre Pforten geöffnet. Zum Jubiläum kehren zahlreiche klangvolle Namen der Automobilindustrie in die Messehallen am Grugapark zurück oder sind zum ersten Mal dort vertreten. So Aston Martin: Die britische Sportmarke wird in diesem Jahr 100 Jahre alt und ist mit diesem Jubiläum das erste Mal in Essen vertreten. Jaguar ist anlässlich der Wiedergeburt des E-Type zurückgekehrt. Opel zeigt seine Cabrio-Historie vom Kapitän bis zum Cascada. Audi präsentiert 80 Jahre Achtzylinder, vom Horch 830 bis zum Audi V8, Mercedes rückt die Historie der S-Klasse in den Mittelpunkt.
Volkswagen zeigt sogar eine echte Deutschlands-Premiere: Erstmals wird die siebente Generation des Golf GTI auf einer Messe gezeigt. Die Idee zu dem Kompaktsportler kam "einer eingeschworenen Gemeinschaft von Ingenieuren vor 40 Jahren in Wolfsburg“, so VW-Classic-Chef Eberhard Kittler. Der Porsche 911 feiert in Essen sogar den 50. Geburtstag.Doch die Automarken sind nur ein kleiner Teil der Techno Classica. Mit mehr als 220 Ständen von Markenclubs, 2500 historischen Fahrzeugen, die zum Verkauf stehen, und 1250 Ausstellern – vom Autohersteller über Teilehändler und Restauratoren bis zum Buchhandel – stößt die 25. Techno Classica an räumliche Grenzen. Die Messe platzt aus allen Nähten, sagte Anton L. Franssen, Geschäftsführer des Veranstalters SIHA: "Die Fläche in den Messehallen ist auf 120.000 Quadratmeter begrenzt. Deshalb mussten wir eine Auswahl treffen und Interessenten abweisen.“Die wertvollsten Ausstellungsstücke sind in der Sonderschau "Automobile Masterpieces“ zu sehen.Garagengold mit 4,2 Prozent Rendite
In Essen läuft derzeit die 25. Techno Classica, die internationale Leitmesse der Oldtimerbranche. Ein Thema in diesem Jahr: Klassische Autos werden zum Anlageobjekt – wie Kunstwerke, Immobilien oder Edelmetall.
Oldtimer als Anlageobjekte
Franssen: "Hier zeigen wir Meisterwerke aus der Haute Couture des Automobilbaus, gebaut von der Creme de la Creme der Karosserieschneider der 20er und 30er Jahre.“ Die ausgestellten Edelkarossen sind allesamt Unikate und oftmals viele Millionen wert, wie der Mercedes 500 K mit Spezial-Roadster-Karosserie, einer der teuersten Oldtimer der Welt.
Viel diskutiertes Thema der Techno Classica ist in diesem Jahr der "Oldtimer als Geldanlage“. Während die Renditen festverzinslicher Geldanlagen oft von der Inflation aufgefressen werden, zeigt der Deutsche Oldtimer Index des VDA einen kontinuierlichen Wertzuwachs: Um 4,2 Prozent stieg der durchschnittliche Wert von mehr als 30 Jahre alten Autos im vergangenen Jahr. 2011 waren es sogar 9,3 Prozent. Seit der Index 2003 aufgelegt wurde, haben sich die Preise für Oldtimer damit um 83 Prozent erhöht.Dabei war das Auto mit dem höchsten Wertzuwachs in den vergangenen 12 Monaten kein Bugatti, Bentley oder Mercedes, sondern der Volkswagen Käfer 1300 der Baujahre 1967 bis 1973, gefolgt vom Chevrolet Camaro von 1978 und der Renault Alpine A110 aus den 60er Jahren, hat die Bewertungsorganisation Classic-Car-Tax errechnet.Im vergangenen Jahr kamen mehr als 180.000 Besucher nach Essen. Mindestens so viele werden in den nächsten vier Tagen auf der Techno Classica erwartet. Der Erfolg der Messe zeigt: Oldtimer sind mittlerweile weit mehr als ein rostiges Hobby. Für die Autohersteller und auch Zulieferer sind sie Kommunikationsmittel zur Steigerung des Markenwertes, für Autohändler, Werkstätten, Teilespezialisten und Dienstleister ein lohnendes Geschäftsmodell.
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