Dearborn/Michigan. Ford hat einen neuen, alten Finanzchef: Seit Anfang April ist Robert Shanks laut einem Bericht des "Handelsblatts" neuer Finanzchef. Im Unternehmen selbst ist er hingegen ein alter Hase – schließlich arbeitet der Amerikaner bereits seit 35 Jahren für Ford. Shanks löst Lewis Booth ab, der sich mit 63 Jahren in den Ruhestand verabschiedet. Beide kennen einander gut, weil sie von 2004 an bei Ford Europa zusammengearbeitet haben.
Shanks, der von seinen Kollegen nur "Bob" genannt wird, tritt seinen neuen Posten zu einem schlechten Zeitpunkt an. Der US-Autobauer erwartet eigenen Angaben zufolge in diesem Jahr einen Verlust in Europa von bis zu 600 Millionen Dollar. Erst kürzlich hatte Shanks gesagt: "Wir werden noch einige schmerzliche Dinge in Europa erleben".Seine vorrangige Aufgabe wird sein, dafür zu sorgen, dass Ford genug Geld für neue Modelle zur Verfügung hat und darüber hinaus gleichzeitig einen konsequenten Schuldenabbau betreiben kann. Auch die lange Zeit vernachlässigte Expansion in China steht auf Shanks To-Do-Liste. Schon jetzt hat er einen großen Befürworter an seiner Seite – Alan Mulally. "Bob ist eine fantastische Führungskraft", so der Ford-Chef. Experten sehen in dem Vorstandsumbau, dem Shanks seinen neuen Posten zu verdanken hat, ein erstes Anzeichen für einen Abschied Mulallys. Aussichtsreichster Nachfolger auf den 66-jährigen Vorstandschef ist derzeit der amtierende Amerika-Chef Mark Fields. Shanks entschied sich nach seinem Vordiplom in Diplomatie und Außenpolitik für die Wirtschaft. 1976 machte er seinen Master in internationalem Management in Phoenix. Im Anschluss daran heuerte er bei Ford an – zuletzt war er dort als Controller tätig. (Foto: Ford)Ford tauscht Finanzchef aus
An seinem ersten Arbeitstag als neuer Finanzchef von Ford schaut Robert Shanks in lauter bekannte Gesichter. Kein Wunder: Der 58-jährige arbeitet Zeit seines Lebens beim US-Autobauer. Daher kennt er seine neuen beruflichen Herausforderungen ganz genau.
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