Detroit. Ford-Chef Alan Mulally hat sich eingearbeitet und ein Jahr nach seinem Amtsantritt eine entscheidende Weichenstellung vorgenommen: Künftig werde Ford auch im Bereich der Klein- und Kompaktwagen weltweit auf gemeinsame Plattformen setzen, kündigte der frühere Boeing-Manager in Detroit an. Er äußerte sich vor Journalisten anlässlich des bevorstehenden Jahrestages seines Amtsantritts.
Ford werde auch die Nachfolger des Kompaktwagens Focus sowie des US-Modells Fusion als Weltauto konzipieren, sagte Mulally. Bisher hatte Ford erst mitgeteilt, im so genannten B-Segment, also bei Autos unterhalb der Kompaktklasse, das Prinzip Weltauto neu zu beleben. Dies soll erstmals beim Nachfolger des Erfolgmodells Fiesta umgesetzt werden. Dazu stellte Ford in dieser Woche eine Desigstudie namens "Verve" vor. Der Name des Fiesta-Nachfolgers steht noch nicht fest.
Einen Zeitraum zur Einführung der Focus- und Fusion-Nachfolger nannte Mulally nicht. Zulieferer rechnen aber damit, dass der weltweit angebotene Focus-Nachfolger ab 2010 oder 2011 kommen wird, der US-Fusion, der nicht mit dem europäischen Kleinwagen Fusion zu verwechseln ist, noch etwas später. Diese Weltautos würden sich nur die Plattformen teilen, nicht aber das Design und bestimmte andere Elemente, betonte Mulally.
Seine größte Überraschung nach der Übernahme des Jobs bei Ford im September 2006 sei die Feststellung gewesen, welche immensen Doppelentwicklungen und Überlappungen es innerhalb der Ford Motor Company gebe, sagte Mulally. "Wir mussten uns mit dieser Sache beschäftigen und inzwischen sage ich, dass ist eher eine Chance für uns denn ein Problem."