Mladá Boleslav. Trotz der Rekordzahlen bei Produktion (494.127 Einheiten) und Ergebnis (Kapitalrendite: 10,1 Prozent) im Geschäftsjahr 2005 steht die tschechische VW-Marke Skoda vor einem umfassenden Programm zur Steigerung der Effizienz. "Für 2006 streben wir eine massive Verbesserung der Produktivität in der Fahrzeugfertigung an", sagte Vorstandschef Detlef Wittig im Gespräch mit Automobilwoche. "Aber auch im indirekten Bereich müssen wir schlanker werden." Auslöser für die Fitnesskur bei Skoda ist der "absehbar zunehmend schärfere Wettbewerb" (Wittig). Nach Toyota und PSA mit ihrem Gemeinschaftswerk im tschechischen Kolin "haben wir in Ostrava bald auch Hyundai vor der Haustür", so Wittig. "Und die werden mit Sicherheit modernste Anlagen verwenden."
Daher lasse die Skoda-Spitze mit "breit angelegtem Benchmarking" nun weltweit intensiv nach "optimierten Prozessabläufen" suchen. Zudem soll das technische Design neuer Skoda-Pkw wie beim für 2009 avisierten Kompakt-Geländewagen Yeti "schon in der Entwicklung stärker auf eine noch flüssigere Herstellung ausgelegt werden".
Bei der Erschließung ausländischer Märkte hat China für Skoda hohe Priorität. Mit "35 exklusiven Händlern" (Wittig) sollen jährlich zunächst bis zu 70.000 Limousinen des Typs Octavia im Reich der Mitte vermarktet werden, die mit einem "lokalen Wertschöpfungsanteil von rund 90 Prozent" in Schanghai vom Band laufen. Auch der für 2008 geplante Nachfolger des Superb kommt, so der Markenchef, "für China in Betracht".
Das Angebot eines Hybridantriebs bei Skoda schließt Wittig aus: "Ich sehe hier keine Zielgruppe für uns." Hingegen werde die Übernahme des innovativen TSI-Motorenkonzepts von Volkswagen derzeit "sorgfältig studiert". Als Einstiegspreis für den Van Roomster, den Skoda beim Genfer Salon präsentiert, nannte Wittig "deutlich weniger als 14.000 Euro".