Stuttgart. Das Topmanagement der Porsche AG bezieht in der aktuellen Diskussion um eine Verschärfung der Grenzwerte für Kohlendioxid-Emissionen klar Stellung gegen einen Dieselmotor. Im Hinblick auf die jüngst veröffentlichten Pläne der Europäischen Union (EU), den Durchschnittswert bis zum Jahr 2012 auf 130 Gramm pro Kilometer zu senken, sieht Wolfgang Dürheimer, Vorstand für Forschung und Entwicklung der Porsche AG, für sein Unternehmen in Selbstzündern keine Alternative: "In den Segmenten, in denen die Marke Porsche positioniert ist, liegen auch entsprechende Diesel-Modelle bei deutlich über 120 Gramm CO2 pro Kilometer", erklärte Dürheimer auf Anfrage.
"Generell emittieren Dieselfahrzeuge zwar etwas weniger CO2 als vergleichbare Benziner - dafür stößt der Dieselmotor aber mehr Stickoxide und dazu auch noch Ruß aus, so dass seine Umweltbilanz insgesamt nicht besser ist als bei einem Ottomotor. Diese Tatsache wird häufig übersehen", erklärte er weiter.
Auf die Frage nach alternativen Antriebsarten sagte Dürheimer: "Wir arbeiten derzeit mit Hochdruck an einem Hybridantrieb, von dem wir uns eine deutliche Reduktion der Emissionen versprechen. Aber auch mit dieser Technologie werden wir die 120 Gramm nicht schaffen". Diesen Grenzwert hatte sich die EU ursprünglich zum Ziel gesetzt.
Dürheimers Zwischenbilanz in der CO2-Debatte: "Wir haben in den letzten zehn Jahren einen dreistelligen Millionenbetrag in die Verbrauchs- und Emissionsoptimierung unserer Motoren investiert und den Kraftstoffverbrauch bei unseren Sportwagen um rund zehn Prozent gesenkt. Bei unseren neuen Cayenne-Modellen bringen wir bereits nach vier Jahren eine komplett neu entwickelte Motorengeneration auf den Markt, die im realen Fahrbetrieb bis zu 15 Prozent weniger Kraftstoff verbraucht. Und mit unserem Hybridantrieb werden wir eine weitere deutliche Reduktion erzielen."