London. Das Auto-Prognose-Unternehmen CSM Worldwide erwartet, dass die Verkaufszahlen der Automobilbranche in Europa im Jahre 2010 im dritten Jahr in Folge zurückgehen werden. Als Hauptgrund nennen die Experten, dass die Abwrackprämienprogramme einiger Regierungen Westeuropas, die die Nachfrage im Jahre 2009 ankurbelten, jetzt auslaufen. CSM sagt für 2010 einen Rückgang der Verkäufe in Europa um 7,9 Prozent auf 16,7 Millionen Fahrzeuge voraus. Dies folgt auf einen Rückgang von 13,4 Prozent im Jahr 2009 und von 5,1 Prozent im Jahr 2008, als in Europa insgesamt 21,0 Millionen Fahrzeuge verkauft wurden.
"Der Verkaufsrückgang wäre insgesamt sehr viel stärker ausgefallen, wenn es die staatlichen Unterstützungsprogramme durch die Abwrackprämien nicht gegeben hätte. Diese haben zahlreichen Großserienherstellern in der zweiten Jahreshälfte eine Atempause verschafft", sagt Walt Madeira, Leiter Fahrzeugprognosen in Europa bei CSM. "In Ländern, die keinerlei staatliche Hilfe angeboten hatten, nahm die Nachfrage nach Neuwagen mit einem Rückgang der Verkäufe um 20 bis 70 Prozent sehr viel heftiger ab."
CSM sieht in Westeuropa für 2010 einen Verkaufsrückgang um 10,6 Prozent voraus. Dies spiegelt die Tatsache wider, dass viele Verbraucher den Kauf eines Wagens bereits auf das Jahr 2009 vorgezogen haben, um von den staatlichen Förderprogrammen profitieren zu können. In dieser Region war der Fahrzeugverkauf sechs Quartale in Folge bis zum dritten Quartal 2009, in dem die Nachfrage wieder um 3,8 Prozent stieg, rückläufig. Im darauf folgenden Quartal konnte im Vorjahresvergleich ein beträchtlicher Zuwachs von 17,5 Prozent verzeichnet werden, da viele Regierungen ankündigten, die mit der Verschrottung von Fahrzeugen einhergehenden Finanzhilfen stark zu beschränken beziehungsweise ganz einzustellen. "Wenn man berücksichtigt, dass das Nachfrageniveau in der ersten Jahreshälfte um zirka 13 Prozent zurückgegangen war, ist die Leistung des zweiten Halbjahres bemerkenswert", sagte Madeira. "Diese positive Reaktion des Verbrauchers verschaffte den Großserienherstellern in der gesamten Branche eine Atempause."