München. Für die Berliner Hubject GmbH hat das Sicherheitsunternehmen Secunet die nach eigenen Angaben weltweit erste produktive Elektromobilitäts-Zertifizierungsstelle für Stammzertifikate aufgebaut. Hubject arbeitet daran, eine Art Roaming-System aufzubauen, das es jedem Elektroautofahrer erlaubt an jeder E-Tankstelle seine Batterie zu laden – auch wenn sie einem Betreiber gehört, mit dem der Fahrer keinen Vertrag abgeschlossen hat. Hubject war vor zwei Jahren von BMW, Daimler, Bosch, Siemens, RWE und EnBW aus der Taufe gehoben worden.
Zertifikate sind erforderlich, um die zukünftige Kommunikation zwischen Elektrofahrzeugen und der Ladeinfrastruktur abzusichern. Damit wird auch die Voraussetzung für das Plug-and-Charge geschaffen, das das automatische und bargeldlose Abrechnen an jeder öffentlich verfügbaren Ladestation ermöglicht. Individuelle elektronische Zertifikate erlauben es den Kunden und Ladestationen, sich im Kommunikationsprozess während eines Ladevorgangs gegenseitig eineindeutig und sicher zu authentifizieren.
Die jetzt von Hubject in Betrieb genommene Zertifizierungsstelle (Root CA) erstellt Stammzertifikate für Automobilhersteller, Ladeinfrastrukturbetreiber und Fahrstromanbieter, die wiederum davon abgeleitete Zertifikate in ihren Produkten einsetzen können. Der internationale Standard ISO 15118, der das geregelte Laden von Elektrofahrzeugen an der privaten Ladestation in der heimischen Garage und an öffentlichen Ladestationen beschreibt, setzt eine Root CA, also eine Zertifizierungsstelle voraus, wie sie nun von Hubject betrieben wird.