Weissach. Vor rund 15 Jahren hat Filiz Akkaya selbst am „Mädchen Zukunftstag“ teilgenommen. Ein wegweisendes Erlebnis, denn es hat sie in ihrer Faszination für die Technik zusätzlich bestärkt. Inzwischen ist die 27-Jährige als Doktorandin bei Porsche, entwickelt im Entwicklungszentrum Weissach Prüfmethoden für Fahrzeugantriebsstränge auf dem Prüfstand und hat gestern am Girls‘ Day selbst Schülerinnen durch die Testanlagen geführt. Insgesamt nutzten 139 Mädchen aus Haupt-, Realschulen und Gymnasien die Chance, beim Sportwagenhersteller in technische Berufe hinein zu schnuppern. Das sind knapp fünfzig Prozent mehr Schülerinnen als im Vorjahr.
Der Girls‘ Day, davon ist Filiz Akkaya überzeugt, kann Mädchen neue Perspektiven eröffnen. Sie selbst hat bei ihrer Teilnahme Frauen erlebt, „die in Männerberufen richtig gute Arbeit gemacht haben. Das waren Mentorinnen und Vorbilder für mich. Sie haben mich bestärkt und bis hier her gebracht.“ Heute freut sie sich darüber, „anderen die Augen für die Faszination Technik zu öffnen“.
Autos und Motoren begeisterten die Stuttgarterin schon als kleines Mädchen. Ihr Vorbild war der eigene Vater: „Früher durfte ich ihm beim Ölwechsel helfen und mit ihm Autos reparieren.“ Um Ein-und Auslassventile zu wechseln, zerlegte sie mit dem Vater sogar schon einmal einen kompletten Motor im Familienwohnzimmer.
„Technik ist eine greifbare und anschauliche Welt – und eben mehr als die bloßen Formeln, die in der Schule gelernt werden“, sagt Akkaya. Sie selbst hat nach der Realschule ihr Abitur auf einem Technischen Gymnasium gemacht. Während ihres Maschinenbau-Studiums wurde sie Mitglied bei „Femtec“, einem Karrierenetzwerk für Frauen in technischen Berufen, das im Jahre 2001 unter anderem von Porsche mitgegründet wurde. Femtec unterstützt junge Frauen auf ihrem Weg in technische Berufe. Mit Erfolg, denn der Anteil der Mitarbeiterinnen bei Porsche steigt seit Jahren stetig – auch und gerade in technischen Bereichen.
Filiz Akkaya sieht darin ein gutes Signal, denn Sportwagenbauen ist für sie auch Frauensache. Andererseits weiß sie, dass sich immer noch zu viele Mädchen zu wenig zutrauen. Dies zu ändern, ist ihr Ansporn: „Ich möchte die Schülerinnen ermutigen sich zu bewerben und loszulegen.“ Für jene Schülerinnen, die Filiz Akkaya durch das Entwicklungszentrums in Weissach führte, machte die Begeisterung der jungen Ingenieurin für Technik und Autos, den Besuch zu einem besonderen Erlebnis.