München. Forschung und Entwicklung (F&E) rückt verstärkt in den strategischen Fokus der weltweit führenden Unternehmen, zeigt die Studie "Global Innovation 1000" der Strategie- und Technologieberatung Booz Allen Hamilton. So stiegen im Jahr 2006 die kumulierten F&E-Ausgaben der 1000 untersuchten Konzerne um zehn Prozent auf den Rekordwert von 447 Milliarden US-Dollar. "Die deutsche Industrie steigerte ihre F&E-Ausgaben dagegen lediglich um 4,3 Prozent. Damit steht sie im internationalen Vergleich beim Thema Innovation eher auf der Bremse als dem Gaspedal", stellt Thomas Goldbrunner, Mitglied der Geschäftsleitung bei Booz Allen Hamilton fest. In der Studie wurden die F&E-Budgets und -Strategien der 1000 Unternehmen mit den höchsten F&E-Ausgaben untersucht.
Mit der Studie hat Booz Allen Hamilton auch ein Ranking der Unternehmen mit den weltweit höchsten F&E-Ausgaben vorgestellt. Die Liste wird von Toyota, Pfizer und Ford angeführt. Unter den Top 10 nehmen mit DaimlerChrysler (5) und Siemens (9) zwei deutsche Konzerne vordere Plätze ein. Gegen den Trend haben beide Unternehmen allerdings ihre F&E-Ausgaben um 5,6 Prozent beziehungsweise 2,5 Prozent gegenüber 2005 gesenkt. Weitere deutsche Vertreter unter den ersten 100 sind: Volkswagen (15), BMW (33), Bayer (39), SAP (60), BASF (65), Infineon (66) und Merck (100).
Insgesamt kommen noch immer 95 Prozent der weltweiten F&E-Ausgaben aus den etablierten Industrieregionen Nordamerika, Europa und Japan. "In den boomenden Schwellenländern sehen wir bei diesen Ausgaben zwar deutlich höhere Wachstumsraten von über 30 Prozent. Chinesische und indische Unternehmen investieren im Schnitt aber nur 0,8 Prozent ihres Umsatzes in F&E. Das ist gerade mal ein Fünftel des weltweiten Durchschnitts", so Goldbrunner.