Detroit. Die US-Amerikaner haben im Juni ein wenig die Lust am Autokaufen verloren. Wieder aufgeflammte Sorgen über die wirtschaftliche Zukunft drückten leicht auf die Stimmung. Zwar wurden die drei großen heimischen Hersteller mehr Autos los als im Krisenjahr 2009. Doch die Zuwächse liegen nach den am Donnerstag verbreiteten Absatzzahlen teils weit unter denen der Vormonate. Der Gesamtmarkt wuchs im Vergleich zum Vorjahresmonat immerhin um 14 Prozent auf knapp 984.000 Neuwagen. In den ersten sechs Monaten des Jahres steht ein Plus von 17 Prozent auf gut 5,6 Millionen Fahrzeuge zu Buche. Besser sah es im Juni bei den meisten am US-Markt aktiven deutschen Autobauern aus.
Porsche etwa hat im Juni einen gewaltigen Absatzsprung gemacht. Die Auslieferungen an Kunden stiegen um 137 Prozent auf 2141 Fahrzeuge. Gut angenommen wurde die neuen sportlichen Geländewagen des Typs Cayenne, welche seit seinem US-Verkaufsstart zu Monatsbeginn 496 Mal verkauft wurden (+ 80 Prozent). Zudem war auch das Interesse am Panamera groß, der im Juni mit 739 Fahrzeugen den höchsten Wert seit Verkaufsstart erreichte. Deutlich zugelegt im Vergleich zum Vorjahr hat der Porsche 911 mit einem Verkaufsanstieg um 48 Prozent auf 544 Stück. In der Mittelmotor-Baureihe erzielte der Boxster mit 240 Fahrzeugen im Juni ein Plus von 75 Prozent; der Cayman blieb mit 123 Auslieferungen nahezu stabil (- 1 Prozent). In den ersten sechs Monaten dieses Jahres hat Porsche insgesamt 10.984 Fahrzeuge in den Vereinigten Staaten verkauft. Das entspricht einer Steigerung von 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Audi verkaufte im vergangenen Monat 14,3 Prozent mehr Autos und SUV als im Juni 2009. Von Januar bis Juni seien 48.440 Audi-Fahrzeuge verkauft worden, nach 45.711 Fahrzeugen im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Der Chef von Audi USA, Johan de Nysschen, sagte: "Wir sind sehr optimistisch, dass 2010 sich zum besten Jahr entwickeln wird, das Audi bisher in den USA hatte."
Der Absatz von Fahrzeugen der Marke Mercedes-Benz stieg um 25,4 Prozent auf 18.997 Stück, wie der Konzern am Donnerstag in New York mitteilte. Die Verkäufe von Smart-Kleinwagen brachen dagegen nahezu um die Hälfte, von 1116 auf 577 Stück, ein.
Die BMW-Gruppe verkaufte mit 23.331 Fahrzeugen 11,9 Prozent mehr als vor einem Jahr. Davon waren 4149 Fahrzeuge Minis. Dies stellte einen Absatzanstieg um 1,1 Prozent dar. Wagen der Marke BMW machten mit 19.182 Stück den Rest aus - ein Anstieg zum Vorjahresmonat von 14,6 Prozent.
Der Wolfsburger Autobauer Volkswagen schließlich steigerte seinen Absatz in den USA im Juni mit 21.051 Fahrzeugen um 10,6 Prozent. Der US-Absatz stieg damit den zwölften Monat in Folge. Der Golf erreichten mit 1570 verkauften Fahrzeugen einen Rekordwert. Im Vergleich zum Juni 2009 wurden damit 187 Prozent mehr Golf-Fahrzeuge abgesetzt. Auch das Modell Jetta verzeichnete laut VW einen Absatzrekord. Im Vorjahresvergleich bedeute dies ein Plus von 26,9 Prozent. Um 204 Prozent auf 341 Fahrzeuge stieg zudem der Absatz der Marke Passat im Juni.