Hamburg. Das Hamburger Autohaus Rütz hat beim Deichmann-Förderpreis gegen Jugendarbeitslosigkeit den zweiten Platz erreicht. Der seit 2005 ausgeschriebene Wettbewerb des Schuhhändlers, nach eigenen Angaben Marktführer in Deutschland, ist mit insgesamt 100.000 Euro dotiert, das Engagement des Hamburger Ford-Händlers Uwe Rütz wurde mit 10.000 Euro gewürdigt.
Von seinen heute 21 Mitarbeitern hat Rütz die meisten selbst ausgebildet, und derzeit absolvieren bei ihm fünf Jugendliche eine Lehre zum Kfz-Mechatroniker – sie alle kommen aus dem Hamburger Stadtteil Billstedt. Der soziale Brennpunkt hat eine Arbeitslosenquote von fast zehn Prozent und die Jugendlichen weisen häufig eine typische "Karriere“ auf: Fehlende Schulabschlüsse, Migrationshintergrund, komplizierte familiäre Verhältnisse, längere Arbeitslosigkeit oder frühere Straffälligkeit erschweren die Suche nach einem Ausbildungs- oder Arbeitsplatz massiv.
Kontakt zu den Jugendlichen findet Rütz meist über Praktika: "Wir reichen den Jugendlichen die Hand, zufassen müssen sie selbst“, sagt der Unternehmer, der 1977 mit einer Lehre als Kfz-Mechaniker in der Autobranche startete. Er sieht sich nicht nur als Arbeitgeber, sondern will auch Ansprechpartner der Auszubildenden bei fachlichen und privaten Problemen sein. Der Erfolg gibt ihm Recht: Bisher konnte jeder seiner Schützlinge die Ausbildung abschließen.