Hamburg. Die Continental AG, Hannover, plant derzeit keinerlei Maßnahmen zur Abwehr einer feindlichen Übernahme. Dies bestätigte Manfred Wennemer, der Vorstandsvorsitzende des Hannoveraner Automobilzulieferers, im Gespräch mit Automobilwoche: "Defensivstrategien, etwa die einschlägigen Vorratsbeschlüsse, hat der Continental-Vorstand nicht verabschiedet".
Continental wird vor allem aufgrund kostenintensiver Restrukturierungen im Zusammenhang mit Werksschließungen für 2001 trotz operativer Gewinne erstmals seit zehn Jahren "rote Zahlen im Jahresabschluss ausweisen müssen" (Wennemer); Details des Zahlenwerks will das Unternehmen am 8. März vorlegen. Auch angesichts des derzeit niedrigen Aktienkurses von knapp 17 Euro waren in Börsenkreisen in jüngster Zeit wieder Übernahmegerüchte um Continental aufgekommen: Anfang der neunziger Jahre bereits hatte sich der italienische Reifenmulti Pirelli 35 Prozent des Kapitals der Continental AG einverleibt – der Übernahmeversuch des Konkurrenten allerdings scheiterte am Widerstand des damaligen Managements und der Hausbanken.
Medienberichte über Verkaufspläne für die Lkw-Reifensparte in Europa hat Manfred Wennemer dementiert. Eine entsprechende Vorab-Meldung eines Wirtschaftsmagazins wies er als "vollständige Spekulation" zurück.