Genf. Bei Bugatti Automobiles S.A.S., der Highend-Marke des VW-Konzerns, wird sich die Markteinführung des Supersportwagens EB 16.4 Veyron abermals verzögern. "Nach intensiver Bestandsaufnahme haben wir entschieden, den Wagen frühestens im zweiten Halbjahr 2005 auszuliefern", erklärte der seit Dezember 2003 amtierende Bugatti-Präsident Thomas Bscher. Der frühere Bugatti-Chef Karl-Heinz Neumann hatte nach technischen Problemen mit dem 1.001 PS starken Veyron zuletzt den April dieses Jahres als Starttermin genannt.
Als Hauptgrund für die eklatante Verschiebung des Prestigeprojekts führte Bscher "Probleme mit dem Package" an. So mussten bei Versuchswagen aufgrund der drangvollen Enge in Front und Heck des nur knapp 4,47 Meter langen 16-Zylinder-Boliden Hydraulikpumpen unter die Sitzanlagen verlegt werden. Bscher: "Solche Notlösungen verbieten sich für Kundenfahrzeuge." Den Käufern des eine Million Euro (plus Steuern) teuren Bugatti wolle man "keinesfalls bessere Prototypen" offerieren. An der für den Veyron seit jeher versprochenen Höchstgeschwindigkeit von über 400 km/h hält die im elsässischen Molsheim ansässige Manufaktur nach wie vor fest.
Zudem bestätigte Bscher, dass es bei Bugatti erste Überlegungen zu einer zweiten Baureihe gibt. "Mit nur einem Fahrzeugtyp lässt sich kein Geld verdienen", so der Ex-Manager des Bankhauses Sal. Oppenheim. Noch sei bei VW kein entsprechender Vorstandsbeschluss ergangen, "doch sollte Bugatti ein zusätzliches Auto auflegen, dann wird es nicht ganz so extrem ausfallen wie der Veyron".
So dürfte ein weiteres Bugatti-Modell Platz für vier Personen samt Gepäck bieten, seine Motorleistung allerdings deutlich unterhalb von 1.000 PS liegen. "Beim nächsten Auto würden wir gewiss versuchen, mehr als bisher auf VW-Entwicklungen zurückzugreifen, etwa bei Werkstoffen und Strukturelementen", so Bscher. Eine Rennversion des Veyron sei ausgeschlossen: "Dann könnten wir ihn gleich neu konstruieren."