Wolfsburg. Schneller als erwartet greift Wolfgang Bernhard in das operative Geschäft der VW-Markengruppe ein. Nach Kurzreisen zu Standorten des Konzerns wie dem Skoda-Stammwerk Mladá Boleslav und Einzelgesprächen mit Führungskräften wendet sich der frühere Chrysler-Vize nun der Neuausrichtung der Modellpalette zu.
So hat Bernhard für kommende Woche einen viertägigen Workshop zum so genannten A-SUV-Projekt angesetzt. In Arbeitsgruppen sollen rund 300 Teilnehmer in Wolfsburg Vorschläge für die "Kostenoptimierung" des kompakten Geländewagens kreieren, den VW ab 2007 bauen will. Um "beim kleinen Touareg finanziellen und zeitlichen Entwicklungsaufwand zu sparen", so ein Insider, drängt Bernhard auf eine stärkere Verwendung bereits entwickelter Module für die Plattformen PQ 35 (Golf A5) und PQ 46 (Passat B6).
Intern umstritten ist noch der Zielpreis des neuen SUV: Von seiner Positionierung zwischen Konkurrenten wie dem Toyota RAV4 und dem BMW X3 hängen die Absatzgrößen ab – und damit der Montageort. Das bisher vorgesehene Werk Wolfsburg lässt Bernhard bereits mit Benchmark-Analysen auf Verbesserungspotenziale hin durchleuchten. Erwogen wird unter anderem die Übernahme von Fertigungs- und Vertriebsmethoden der Auto 5000 GmbH.