Wolfsburg. Der Volkswagen-Konzern hat seinen Jahresabschluss 2001 vorgelegt. Danach sind die Umsatzerlöse im vergangenen Geschäftsjahr auf 88,54 Milliarden Euro gestiegen, eine Zunahme um 6,5 Prozent im Vergleich zum Jahr 2000. Das Vorsteuer-Ergebnis betrug 4,409 Milliarden Euro, nach Steuern kam die Volkswagen AG im Geschäftsjahr 2001 auf ein Ergebnis in Höhe von 2,926 Milliarden Euro. Als Dividende werden Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung (16. April in Hamburg; d. Red.) einen Betrag von 1,30 Euro je Stammaktie sowie 1,36 Euro je Vorzugsaktie vorschlagen.
Nach Pischetsrieders Einschätzung ist die Situation auf den Fahrzeugmärkten im ersten Quartal 2002 "alles andere als zufrieden stellend". Dies gelte insbesondere für die USA und Westeuropa, "mit einem sehr schwachen deutschen Markt" (Pischetsrieder). Bei der Markengruppe Volkswagen (VW, Skoda, Bentley, Bugatti; d. Red.) rechnet Pischetsrieder im ersten Quartal 2002 mit einem Rückgang der Auto-Auslieferungen an Kunden um neun Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Markengruppe Audi (Audi, Seat, Lamborghini) hingegen wird voraussichtlich um 1,7 Prozent zulegen können. Klare Zahlen und Ziele fürs Gesamtjahr 2002 gab Pischetsrieder indes nicht.
Seine Schätzung für den Bereich VW-Nutzfahrzeuge: minus 8,8 Prozent bei den Auslieferungen an Kunden im laufenden Quartal. Insgesamt erwartet Pischetsrieder für den VW-Konzern einen Rückgang um 6,5 Prozent bei den Auslieferungen im ersten Quartal 2002.
VW-Vertriebsvorstand Robert Büchelhofer ergänzte diese Analyse mit dem Hinweis, dass erstmals seit vielen Jahren auf allen wichtigen Automobilmärkten zeitgleich ein schwacher Absatz zu beobachten sei. "Wir sehen – anders als in früheren Jahren – derzeit keine nennenswerte Region, die den Rückgang kompensieren könnte", sagte Büchelhofer, "noch steht keine der wichtigen Ampeln auf Grün".
VW-Personalvorstand Peter Hartz bestätigte auf Anfrage von Automobilwoche, dass sein Unternehmen momentan prüfen lässt, welche Fahrzeugtypen im Rahmen des Projekts "5.000 x 5.000" im Nutzfahrzeugwerk Hannover-Stöcken produziert werden könnten: "Wir haben mehrere Optionen". Die Fertigung des Microbus, eines möglichen Nachfolgers des legendären VW Bulli, sei noch längst nicht beschlossen. "Derlei Entscheidungen", so der VW-Arbeitsdirektor, "werden wir frühestens zur Jahresmitte treffen".
Am Rande der Veranstaltung in Wolfsburg erfuhr Automobilwoche aus Unternehmenskreisen, dass Volkswagen nicht nur eine Langversion des vor einer Woche auf dem Genfer Salon präsentierten Topmodells Phaeton entwickelt hat, sondern auch an einem großen Coupé arbeitet. Derzeit beschäftige sich die Produkt-Strategie-Kommission (PSK) bei Volkswagen mit einem Zweitürer auf Basis des Phaeton: "Eine Tendenz in Richtung Serienbau oder Einstellung dieses Projekts", so ein Insider, "ist bei der PSK noch nicht erkennbar".