München. Mit neuen Fahrzeugkonzepten und Lifestyle-Produkten präsentieren sich die deutschen Autohersteller ab 23. April Woche auf der Auto China 2012 in Peking. Auch wenn die Fahrzeugnachfrage (Inklusive leichte Nutzfahrzeuge) im Reich der Mitte im ersten Quartal um 3,4 Prozent auf 4,79 Millionen Einheiten geschrumpft ist, rechnen westliche Importmarken weiter mit Wachstum im mittlerweile größten Pkw-Markt der Welt. Denn der Rückgang betrifft vor allem die chinesischen Marken. VW, Audi, BMW und Daimler können sich weiter vor Kunden kaum retten.
Allerdings hat sich der Markt gewandelt: Immer mehr wohlhabende chinesische Kunden suchen nicht mehr die Chauffeurs-Limousine. Vor allem junge Kunden wollen selbst das Steuer übernehmen. Volkswagen zeigt deshalb in Peking erstmals den E-Bugster, die Studie eines Sport-Cabriolets auf Basis des Beetle mit Elektroantrieb. Der offene Zweisitzer muss auf der Messe in Peking anmuten wir ein Exot. Denn bisher gibt es in China nur einen kleinen Markt für Sportwagen und gar keinen für Cabriolets. Audi zeigt in Peking mit dem RS Q3 eine Sportversion seines Kompakt-SUV. Das 360 PS starke Gefährt hätte noch vor wenigen Jahren keine Chance in China gehabt: Der beengte Platz auf der Rückbank kommt den traditionell eher hinten sitzenden chinesischen Autokunden nicht gerade entgegen. Zudem sieht die Regierung in Peking den wachsenden Anteil an SUV gar nicht gern, verbrauchen die Lifestyle-Geländewagen durch bauartbedingt mehr Benzin als Limousinen. Und kaum etwas fürchtet die Regierung mehr als die wachsende Abhängigkeit vom Ölimporten. Doch wie in Europa und den USA schätzen auch in China immer mehr Kunden die hohe Sitzposition und das coole Design der SUV. Und genau diese neuen, jungen Kunden will Audi erobern..
Ganz anders BMW: Die verlängerte Version des 3er, den die Bayern in Peking präsentiert, zielt auf die traditionelle Kundschaft der Premium-Marken in China, den reichen Geschäftsmann mit Chauffeur. Der um elf Zentimeter gestreckte 3er wird im chinesischen BMW-Werk Shenyang gebaut. Aufregender ist das schon die Studie i8 Spyder, die offene Version eines Supersportwagens mit Elektroantrieb und Turbo-Benziner als Hilfsmotor zur Reichweitenverlängerung. Die BMW-Studie dürfte nach dem Geschmack junger, reicher Chinesen und der Regierung sein, die das Thema Elektromobilität wie in keinem anderen Land fördert..
Porsche lässt sich davon nicht beirren und zeigt den Cayenne GTS, die 420-PS-Version des SUVs aus Leipzig. Der Cayenne ist in China, obwohl als Importmodell mit einer hohen Steuer belegt, sehr beliebt. Das zeigen schon die vielen Kopien des Sport-SUV auf den Ständen chinesischer Autohersteller. Der Zorn darüber dürfte sich in Stuttgart in Grenzen halten. Wer es sich leisten kann, wählt das Original.