München. Der britische Sportwagenhersteller Aston Martin steht zum Verkauf, berichtet die Finanznachrichtenagentur Bloomberg. Danach will der kuwaitische Hauptaktionär Investment Dar Co seinen 64-Prozent-Anteil für mindestens 800 Millionen Dollar verkaufen. Wie die Agentur weiter berichtet, hat der indische Autohersteller Mahindra & Mahindra Interesse an einer Übernahme angemeldet. Die britischen Traditionsmarken Jaguar und Land Rover gehören dem indischen Tata-Konzern.
2007 hatte sich Ford im Zuge seiner "One Ford“-Strategie von Aston Martin getrennt. Ein Konsortium aus Investoren und Aston-Martin-Sammlern hatte das Unternehmen für 475 Millionen Pfund übernommen. Aston Martin ist nach eigenen Angaben profitabel. Das Unternehmen hat unter der Führung des ehemaligen BMW-, Porsche- und Daewoo-Entwicklers Ulrich Bez eine Reihe von erfolgreichen Sportwagen und Coupés gebaut hat, so DBS, One-77 und Rapide. Analysten bezweifeln jedoch, dass Kleinserienhersteller wie Aston Martin außerhalb großer Autokonzerne überleben können. Die Investitionen in neue Technologien sind einfach zu hoch. Deshalb befinden sich heute praktisch alle Wettbewerber von Aston Martin, von Bentley über Ferrari bis hin zu Rolls-Royce, Lamborghini und Maserati unter dem Dach eines großen Autoherstellers. Zuletzt hatte Volkswagen Porsche übernommen. "Wenn nicht die VW-Gruppe hinter Porsche stünde, würden wir die Marke nicht mit unseren modernsten Komponenten beliefern. Das könnte sich ein Hersteller in der Größe gar nicht leisten“, sagte der Vorstandschef eines Systemzulieferers vergangene Woche der Automobilwoche. Porsche hatte im vergangenen Jahr 117.000 Autos verkauft, Aston Martin 4000.
Auf Anfrage von Bloomberg bestritt ein Aston-Martin-Sprecher, dass Investment Dar Verkaufsabsichten hege. Mahindra & Mahindra lehnte einen Kommentar ab.