Friedrichshafen. Der Zulieferer ZF Friedrichshafen muss weiter sparen. „Wir hatten zu Beginn der Krise ein erstes Maßnahmenpaket definiert und haben jetzt festgestellt, dass wir kurz- und mittelfristig ein zweites Paket brauchen“, erläutert Hans-Georg Härter, Vorstandsvorsitzender des Spezialisten für Antriebs- und Fahrwerktechnik. Derzeit laufen dazu im Konzern interne Abstimmungen und Diskussionen.
„Wir benötigen Einsparungen in der Dimension von einer halben Milliarde Euro“, konkretisiert Härter den Umfang der Sparrunde. Gleichzeitig beruhigt er: „Im Maßnahmenpaket sind keine betriebsbedingten Kündigungen vorgesehen.“ Sorgen bereitet dem Konzernlenker vor allem die Situation in der Nutzfahrzeugindustrie, die er als „dramatisch“ kennzeichnet. „Wir haben einzelne Märkte mit Rückgängen in der Größenordnung von 70 Prozent.“ Im Gegensatz zur Pkw-Industrie, die beispielsweise durch die Abwrackprämie und die CO2-Besteuerung eine „deutliche staatliche Hilfestellung“ erfahren habe, „ist die Nutzfahrzeugindustrie kontraproduktiv behandelt worden“, bedauert der ZF-Chef. Er führt hier die Erhöhung der Autobahnmaut für Lkw an, die dem Speditionsgewerbe „eine Milliarde Euro Cash entzogen hat“. Im Sinne einer ausgewogenen Behandlung sieht er daher die Regierung gefordert, „auch der Nutzfahrzeugindustrie Hilfestellung zu geben“.
Der Manager denkt bei den möglichen Maßnahmen beispielsweise an eine Abwrackprämie für Nutzfahrzeuge oder Steuererleichterungen. Aber auch eine Aussetzung oder Reduzierung der Mauterhöhung sind für den ZF-Vorstandschef mögliche Schritte.