Friedrichshafen. Vor dem Hintergrund zunehmender Elektronikkomponenten in Fahrzeugen und weltweiter Aktivitäten zum Elektroauto verstärken große Zulieferer ihre Elektronikkompetenz. Jüngstes Beispiel: ZF. Der Anbieter von Antriebs- und Fahrwerktechnik wird nach Genehmigung durch die Kartellbehörden den US-Elektronikspezialisten Cherry übernehmen. Der Zulieferer wird als ZF Electronics GmbH im ZF-Konzern als eigenständiges Geschäftsfeld weitergeführt.
Der US-Zulieferer, der seinen Sitz in Pleasant Prairie bei Chicago hat, setzte im vergangenen Jahr mit 3100 Mitarbeitern rund 400 Millionen Dollar um. Etwa 65 Prozent davon wurden in Europa erwirtschaftet. Werke des Zulieferers sind in Deutschland, Mexiko, Tschechien, Hongkong, China und Indien angesiedelt. Rund die Hälfte der Mitarbeiter beschäftigt Cherry in Deutschland. Hauptsitz ist das zwischen Nürnberg und Bayreuth gelegene Auerbach. Cherry entwickelt und produziert Schaltsysteme, Sensorik und Steuerungen für die Automobilindustrie. Das Know-how von Cherry kann ZF bei Mechatronik- Modulen, Sensor-Baugruppen, Bedienschaltern, Wählhebel-Modulen und Keyless-Entry-Elektronik einsetzen.