Rheda-Wiedenbrück. Westfalia-Automotive hat von einem deutschen Fahrzeughersteller erstmals einen Auftrag für ein integriertes Fahrradträgersystem erhalten. Erst im Herbst dieses Jahres war der eigenen Angaben zufolge führende europäische Hersteller für Anhängerkupplungen in den Markt für Fahrradträger eingestiegen. Jens Waldau, Vorsitzender der Geschäftsführung, will allerdings noch nicht verraten, um welchen Kunden es sich handelt. Nur so viel: Die Trägersysteme sollen ab dem Jahr 2011 ausgeliefert werden. Seit Oktober führt Westfalia-Automotive unter dem Namen Portilo einen Fahrradträger für die Anhängerkupplung im Programm, der sich für alle gängigen Fahrzeugmodelle in Europa eignet.
„Wir wollen weg von der Monokultur Anhängerkupplung“, begründet Waldau den Schritt in das zweite Geschäftsfeld. Der Westfalia- Automotive-Chef hält perspektivisch einen Anteil von 20 Prozent am Gesamtumsatz des Zulieferers für möglich. Dazu beitragen soll auch das Transportsystem Cavea, das der Zulieferer im Frühjahr 2009 in den Markt einführen wird. Waldau will dabei vom Trend profitieren, dass immer mehr kleinere Fahrzeuge verkauft werden, gleichzeitig aber der Platzbedarf für den Transport von Gütern konstant bleibt. Nach den Vorstellungen Waldaus sollen die Lasten deshalb in Zukunft weniger auf dem Fahrzeugdach, sondern verstärkt auf einem Trägersystem am Fahrzeugheck transportiert werden.
Im Geschäftjahr 2007/2008 (endete am 30.9.) rechnet Waldau mit einem Umsatz von 152 Millionen Euro – knapp über dem Vorjahreswert. Für das laufende Geschäftsjahr kalkuliert er einen Umsatzrückgang „im höheren einstelligen Prozentbereich“ ein. Jährlich verkauft der Zulieferer rund 1,3 Millionen Anhängerkupplungen.