München. Die negativen Auswirkungen der Finanzkrise spiegeln sich auch in den Werbeausgaben des Fahrzeugmarkts im dritten Quartal dieses Jahres wider. Zu diesem Ergebnis kommt das Hamburger Institut Nielsen Research, das exklusiv für Automobilwoche die Höhe der Aufwendungen im deutschen Markt errechnet hat. Von Juli bis September sanken die Investitionen in Werbung in den klassischen Medien – TV, Hörfunk, Zeitungen, Zeitschriften, Plakat und Kino – um 7,3 Prozent auf 355,3 Millionen Euro. Damit ist der Rückgang nicht mehr so hoch wie im zweiten Quartal (minus 19,3 Prozent). Diese Entwicklung ist auf die zusätzliche Reklame rund um die Internationale Automobil-Ausstellung zurückzuführen, die im September in Frankfurt stattfand. Die Folgen der Krise wurden im ersten Quartal 2009 noch etwas gemildert, weil viele Unternehmen aus dem Fahrzeugmarkt (dazu zählt Nielsen neben der Pkw- und Nutzfahrzeugbranche auch die Bereiche Zweiräder, Reisemobile und Autohandel sowie die Zubehör- und Reifenindustrie) die klassischen Medien nutzten, um die Abwrackprämie zu bewerben.
Insgesamt hat Nielsen für die ersten neun Monate dieses Jahres einen Rückgang um 10,5 Prozent auf 1,241 Milliarden Euro ermittelt. Im dritten Quartal verzeichneten vor allem die Zeitschriften einen herben Einbruch: Die Ausgaben für Anzeigen in Fachzeitschriften sanken um 50 Prozent auf 4,3 Millionen Euro, in Publikumstiteln um 18,7 Prozent auf 17,2 Prozent auf 30,8 Millionen Euro. Die folgenden Ränge belegen Citroën (25,3 Millionen Euro), Ford (23,7) und Toyota (23,5). Ein Blick auf die Ausgaben von Januar bis September zeigt, dass Volkswagen bislang fast genauso viel in die Schaltung klassischer Werbung investiert hat wie im Vorjahreszeitraum. Europas größter Automobilhersteller gab 133,6 Millionen Euro aus – 1,2 Prozent weniger als 2008. Entgegen dem Trend bei den Autobauern macht der Serviceanbieter Carglass durch hohe Investitionen auf sich aufmerksam: Er steckte im dritten Quartal 15,9 Millionen Euro in Reklame, vorwiegend in Radio- und TV-Spots. Darin warb Carglass vor allem für die Steinschlagreparatur. In den ersten neun Monaten hat das Unternehmen 44,1 Millionen ausgegeben, um die Bekanntheit bei potenziellen Kunden zu steigern.