Dresden. Ein neues bionanotechnologisches Verfahren des Forschungs- und Entwicklungsunternehmens Namos soll den Bedarf an Edelmetallen wie Platin, Palladium und Rhodium bei der Beschichtung von Autokatalysatoren um 50 Prozent reduzieren. Nach Angaben von Namos werden zur Katalysatorbeschichtung jährlich weltweit rund 230 Tonnen neue, nicht recycelte Edelmetalle eingesetzt.
Das Namos-Verfahren beruht auf einer sogenannten bionanotechnologischen Beschichtung von keramischen Katalysator-Trägermaterialien. Diese Materialien werden mit einer Edelmetall-Salzlösung vermengt, um die katalytisch aktive metallische Schicht aufzubringen. Gegenüber herkömmlichen Anwendungen ohne den Zusatz von solchen Biotemplaten gehen bei dem neuen Verfahren laut Namos-Geschäftsführer Jürgen Hofinger weniger Metallpartikel beim Beschichtungsprozess verloren. Grund dafür ist, dass sich wegen der speziellen Beschichtung auf der Keramik ein nur wenige Nanometer dickes Proteinnetzwerk bildet, das das Eindringen des Edelmetalls in die Keramik verhindert.
Einen weiteren Vorteil beim Einsatz des Verfahrens sieht Hofinger darin, dass für den Lizenznehmer nur wenige Änderungen bei bestehenden Prozessketten erforderlich sind „und die Integration nur mit geringen Investitionen verbunden ist“. Teilweise lassen sich die Verfahren bei den Anwendern sogar vereinfachen, argumentiert der Geschäftsführer. Einen wichtigen Schritt in Richtung Serienreife haben die Dresdner im Spätherbst 2008 mit dem Bestehen der Alterungstests erreicht.