München. Ein Großteil der Autohersteller zeigt sich nach wie vor zurückhaltend, wenn es um die Einführung von Brake-by-Wire-Systemen geht. Hauptauslöser für diese Entwicklung war nach Angaben der Unternehmensberatung Frost & Sullivan eine Rückrufaktion von DaimlerChrysler: Mitte des Jahres 2004 musste der Hersteller insgesamt 680.000 Autos wegen Problemen am elektrohydraulischen Bremssystem, der sogenannten SBC-Bremse, in die Werkstätten beordern.
Die Analysten sind aber zuversichtlich, dass Preissenkungen entlang der Wertschöpfungskette, erhebliche Fortschritte beim Fahrzeuggewicht sowie Kosteneinsparungen im Produktionsprozess dem europäischen Markt für X-by-Wire-Systeme ab 2010 wichtige Wachstumsimpulse liefern werden. Deshalb sei damit zu rechnen, dass die Hersteller elektronischer Brems- und Kupplungssysteme stark wachsen werden. So soll der Umsatz dieser Branche von 1,38 Milliarden Dollar (2007) auf 6,61 Milliarden Dollar im Jahr 2015 zulegen. Grundlage der Prognose ist die Analyse "European Market for X-by-Wire Systems".
Durch den Wegfall hydraulischer Komponenten ist nicht nur mit einer Reduktion der Fertigungskosten zu rechnen, sondern auch mit einer deutlichen Zeitersparnis, die bei der Montage bis zu zehn Minuten ausmachen könnte. Außerdem verringert sich ohne Hydraulik das Chassisgewicht um rund zehn Kilogramm und es wird weniger Bauraum benötigt.
Die Analysten warnen jedoch: "Wenn es den Herstellern nicht gelingt, die Kunden von den Leistungs- und Sicherheitsvorteilen der elektrischen Bremssysteme zu überzeugen, wird der große Boom ausbleiben."