Moskau. Zum einen sinkt der Automobilabsatz in dem riesigen Land wieder. 2013 ging der Verkauf von Neuwagen um 5,5 Prozent auf 2,78 Millionen Einheiten zurück. Weit gravierender aber hemmen neue Hürden einen Ausbau der Markt position westlicher Autobauer. So kamen seit Ende 2012 Abwrackgebühren, höhere Anti-Dumping- Zölle und eine Steuer auf Premiumfahrzeuge hinzu. „Freihandel wird in Russland zum Fremdwort“, klagt ein deutscher Automobilzulieferer. Besonders im Visier der Regierung stehen die reinen Importeure. Neue Hürden führten dazu, dass die Zahl der importierten Neuwagen 2013 um fast 20 Prozent zurückging. Seit Juni 2013 gilt für deutsche Hersteller beispielsweise ein besonders hoher Strafzoll von 29,6 Prozent auf den Import von Kleintransportern. Ein Einspruch von Volkswagen wurde zurückgewiesen. Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund planen derzeit neben VW auch Hyundai, Nissan, Renault und Fiat, eigene Kapazitäten für Transporter in Russland zu schaffen.
Nach dem Beitritt des Landes zur WTO macht sich Enttäuschung breit
Wachsende Hürden auf dem russischen Automobilmarkt
Die Ansiedlung ausländischer Automobilhersteller und -zulieferer ist in Russland eine Erfolgsgeschichte – bisher. Große Automobil-Cluster haben sich in den vergangenen Jahren rund um Moskau, Kaluga, Nischni Nowgorod, St. Petersburg und Togliatti gebildet. Doch die hohen Erwartungen nach dem Beitritt des Landes zur Welthandelsorganisation (WTO) im Jahr 2012 sind zum Teil enttäuscht worden.
Deutsche Firmen im Visier
Doch sogar ausländische Unternehmen, die in Russland investieren und lokal produzieren, werden nach Einschätzung des deutschen Außenwirtschaftsinstituts Germany Trade & Invest zum Teil benachteiligt. Sie müssen zwar keine Strafzölle bezahlen, kommen aber nicht in den Genuss von staatlich subventionierten Anschaffungskrediten. Dies ist vor allem im Landmaschinen-Bereich ein gravierender Nachteil. Wer vor Ort produziert, muss detaillierte Beschaffungsvorgaben erfüllen. Zum Teil sind die Komponenten in der benötigten Qualität in Russland aber gar nicht zu bekommen, klagen Zulieferer. Auch die im Westen übliche Just-in-time- Lieferung funktioniert in Russland nicht überall.