Göteborg. Auch im Bereich Antriebsstrang setzt Volvo auf eine neue, skalierbare Motoren- und Getriebearchitektur, genannt VEA („Volvo Engine Architecture“). Die Vierzylinderaggregate ersetzen ab diesem Herbst nach und nach die durstigen Fünfzylinder der Schweden. „Mit den VEA-Motoren können wir unsere gesamte Modellpalette ausstatten“, sagte Entwicklungsvorstand Peter Mertens im Gespräch mit der Automobilwoche. Bei den Benzinern seien Varianten zwischen 140 und 280 PS möglich, bei den Dieselmotoren reiche die Spanne von 120 bis 230 PS. „Und alle Motoren können wir auch elektrifizieren, sei es als Mild- Hybrid oder als Plug-in-Hybrid“, sagt der Entwicklungsvorstand. „Die neue SPA-Plattform und die neuen VEA-Motoren werden Volvo in jeder Hinsicht attraktiver machen – bei Design, Fahrspaß und Qualität“, sagt Unternehmenschef Hĺkan Samuelsson. Die skalierbaren Komponenten sollen in einem flexiblen Produktionssystem gefertigt werden, das die Montage verschiedener Modelle und Motoren auf je einer einzigen Linie ermöglicht. Mit erheblich weniger kostenträchtigen Varianten sollen alle aktuellen und künftigen Segmente abgedeckt werden. „Für uns besteht die existenzielle Notwendigkeit, von einer horizontalen zu einer vertikalen Architektur zu gehen“, räumt Mertens ein. Nur durch die Kostenvorteile vieler Gleichteile und ähnlicher Prozesse könne Volvo konkurrenzfähig bleiben. Das Hauptziel habe man dabei bereits erreicht: „Mit der künftigen SPA-Plattform können wir wirklich alles abdecken, vom Siebensitzer- SUV bis hin zum Sportcoupé.“ Einen Verkauf von SPA-Plattformen an andere Hersteller schließen die Schweden nicht aus: „Wir haben damit eine extrem wettbewerbsfähige Plattform. Man kann uns gerne dazu anrufen“, sagt Mertens.
Volvos kleiner MQB
Volvos Dauerbrenner XC90 wird Ende 2014 von einem Nachfolger abgelöst. Das große SUV wird das erste Modell sein, das über die neue skalierbare Plattform SPA ("Scalable Product Architecture“) verfügt. Sie soll – wie der Modulare Querbaukasten (MQB) von VW – eine bislang unerreichte Flexibilität bei Karosserievarianten und Antriebssträngen ermöglichen – und künftig auch den großen Kombi V70 und die gesamte 60er-Baureihe abdecken. Die Kompaktmodelle erhalten eine eigene Plattform.