Genf/Köln. Volvo steht vor dem Verkauf an den chinesischen Hersteller Geely. Wer aber annimmt, dass die Schweden deshalb Imageprobleme befürchten, täuscht sich. Im Gegenteil: "Wenn es zu dem Deal kommt, dann werden die Chinesen uns die Riesenchance bieten, in China so Fuß zu fassen, wie wir es allein nicht könnten“, freut sich Markenchef Stephen Odell. Optimismus verströmt der Volvo- Chef jedoch aus einem anderen Grund: "Der Wettbewerb im Premiumsegment ist überaus schwierig. Mit dem neuen S60 wird Volvo aber weiter an Stärke gewinnen“, zeigte sich Odell in Genf überzeugt. Die Limousine soll im Juni in den Handel kommen und helfen, das konservative Image der Marke in Richtung modernes Design und Sportlichkeit zu drehen. 90.000 Einheiten will Odell im ersten vollen Verkaufsjahr vom S60 absetzen – das wäre gut ein Viertel des Gesamtabsatzes.
Auch der neue Deutschland-Chef Bernhard Bauer, seit Februar im Amt, setzt auf den S60 und auf spürbare Fortschritte im Flottengeschäft, das bislang nur in kleinerem Umfang betrieben wird. "Der S60 ist der sportlichste Volvo, den wir je gebaut haben. Mit ihm haben wir die Chance, endlich ernst genommen zu werden im Bereich Premium-Limousinen“, sagt Bauer. Er will noch im laufenden Jahr 2500 bis 3000 S60 verkaufen, 2011 dann rund 6000 Einheiten, ein knappes Viertel des angepeilten Gesamtvolumens. 2009 entfielen von den 26.000 in Deutschland verkauften Volvo weniger als fünf Prozent auf die beiden Limousinen S40 und S80. Negative Auswirkungen auf das Markenimage bei einem Verkauf an die Chinesen erwartet Bauer nicht. "Bis zum heutigen Tag hat mich noch kein einziger Kunde darauf angesprochen. Und übrigens wissen auch nur die wenigsten Kunden, dass Volvo seit 1999 zu Ford gehört.“