München. Durch die Übernahme entsteht ein Elektronikunternehmen mit drei Milliarden Dollar Jahresumsatz, das bei Fahrerinformationssystemen eigenen Angaben zufolge weltweit auf Position zwei rückt. Zudem steigt Visteon zu einem der drei größten Anbieter von Cockpit-Elektronik auf. Visteon-Chef Timothy D. Leuliette erklärte, dass sich Visteon durch die Transaktion verstärkt auf den Bereich Cockpit-Elektronik als eines von zwei Kerngeschäften konzentriert. Das andere ist Halla Visteon Climate Control. „Dies ist eine hervorragende strategische Ergänzung zu unserem bestehenden Elektronik-Portfolio“, so Leuliette, der das Unternehmen als neuen Weltmarktführer im Elektronikbereich etablieren will. Für manchen Branchenbeobachter ist die Übernahme aber nicht schlüssig. „Klassische Instrumentenanzeigen sind nicht die Zukunft“, so ein Experte zur Automobilwoche. Zudem hat Visteon angekündigt, sein Fahrzeuginnenraum-Geschäft noch in der ersten Jahreshälfte in drei eigenständigen Transaktionen an verschiedene Interessenten verkaufen zu wollen. Neben klassischen Interieurspezialisten wie Faurecia, Lear, Johnson Controls oder IAC kommen auch Finanzinvestoren als Käufer infrage.
Zulieferer-Übernahme
Visteon kauft Johnson Controls Elektronik-Sparte
Der US-Zulieferer Visteon hat für 265 Millionen Dollar den Geschäftsbereich Elektronik von Johnson Controls gekauft. Dazu zählen Fahrerinformationssysteme, Infotainment- und Konnektivitätsprodukte sowie Karosserieelektronik. Mit 4800 Mitarbeitern hatte der übernommene Geschäftsbereich zuletzt einen Umsatz von 1,3 Milliarden Dollar erzielt. Visteon rechnet mit einem Abschluss der Transaktion im zweiten Quartal.