Rüsselsheim. Verantwortlich für deren Gestaltung ist Designdirektor Malcolm Ward. Zu seinem Posten kam der 44-Jährige im vergangenen Juli, als der bereits designierte Chefdesigner David Lyon den GM-Konzern plötzlich verlassen musste. Vor Antritt seiner neuen Position war Ward für das Exterieur des Insignia verantwortlich, mit dem die Marke zu alter Designstärke zurückfand. Bei der Rückeroberung verlorenen Terrains spielt diese Stärke eine große Rolle, erläuterte Ward im Gespräch mit der Automobilwoche. „Opel war seit den 70er-Jahren jahrzehntelang anerkannt für gutes Automobildesign – diese Tradition haben wir aber leider eine Weile lang nicht sehr gepflegt, und wir haben auch deshalb bei der Kundenwahrnehmung verloren“, sagt Ward rundheraus. Doch der Schalter sei bei Opel längst umgelegt, betont er. „Wir sehen einfach noch nicht genügend Insignias und Adams auf der Straße. Es wird noch ein Weilchen dauern, bis diese neue Optik der Marke allgemein bekannt ist“, erklärt er die Diskrepanz zwischen neuem Design und altem Bieder-Image.
Gegen die scharfe Konkurrenz im Volumensegment will Opel auch mit ausdrucksstarkem Design punkten: „Wir wollen die Marke klar sportlicher und dynamischer positionieren als viele Wettbewerber“, so Ward. Diesen Anspruch habe der Rüsselsheimer Autobauer auch beim Innendesign. „Unsere Philosophie lautet hier: eine tolle Kombination aus exzellenter Bedienbarkeit und perfekt positionierten Elementen, die auch optisch am richtigen Platz liegen.“ Deshalb wolle man möglichst die Displays stets auf der gleichen Höhe anordnen wie die klassischen Instrumente. Einen Charakterzug, den der Adam auf die Spitze treibt, will die Marke in etwas milderer Form auch im übrigen Portfolio anbieten: die ungewöhnlich vielfältigen Individualisierungsmöglichkeiten. „Wir haben auch durch Marktforschung erkannt, dass der gesamte Powertrain in der Differenzierung zum Wettbewerb tendenziell weniger wichtig wird“, so Ward. Wichtiger dagegen werde sichtbare Qualität und ein Design mit positiven Überraschungsmomenten.
Den Vorwurf, die Marke könne dadurch zu modisch geraten, weist Ward zurück: „Die neue Designsprache fahren wir konsequent bereits seit 2008 – davor gab es bei uns sicherlich einige Schwankungen im Design, die man meinetwegen auch als modisch bezeichnen könnte. Aber diese Zeiten sind vorbei.“ Ward will mehr Sportlichkeit, aber nicht als bloße Verpackung. „Wenn die Proportionen eines Autos wirklich stimmen, dann braucht man viel weniger Lametta. Genau deshalb sind wir Designer bei der Entwicklung neuer Plattformen auch schon von Anfang an beteiligt.“