Ohira. Mitte Februar, einen Monat vor dem verheerenden Beben in Japan, hat Toyota in Ohira das erste neue Fahrzeug-Werk in dem Land seit 18 Jahren eröffnet. Die bis dahin letzte Neueröffnung in Japan war das Werk in Iwate. Danach folgten zwei Dekaden lang Auslagerungen ins Ausland, in den Dollarraum, in Niedriglohnländer und nach Europa. Mit dem neuen Greenfield-Werk in der Präfektur Miyagi will Toyota ein neues Kapitel seiner Produktionsgeschichte aufschlagen. Die Nummer eins der Autobranche spricht von der ersten "Low-Cost-Fabrik“ der Automobilindustrie.
Das neue Werk selbst soll ein Exportschlager werden, die dort gewonnenen Erkenntnisse sollen auf andere Standorte ausstrahlen. Das Werk in Ohira ist nicht groß. Dort sind 900 Arbeitnehmer beschäftigt, die Jahreskapazität liegt bei 120.000 Fahrzeugen. Produziert werden der Yaris und der Corolla für den US-Markt. Die Entscheidung für das Werk hatte Toyota im Prinzip schon 2007 getroffen, doch wegen der Weltwirtschaftskrise ließ der erste Spatenstich bis Ende 2009 auf sich warten. Bedenken hatten die Toyota- Manager auch wegen des steigenden Yen. Dagegen stand das Argument, dass ein Autohersteller auch in seinem Heimatmarkt in der Lage sein muss, profitabel zu produzieren, um glaubwürdig zu sein.